Wunde Brustwarzen vermeiden: Warum Stillen nicht wehtun muss
Was du in diesem Artikel lernst
Stillen tut am Anfang nun mal weh, und wunde Brustwarzen sind ganz normal. Diesen Glaubenssatz haben viele Frauen, und er stimmt einfach nicht. Wunde Brustwarzen sind nicht normal, auch nicht in den ersten Tagen, auch nicht in den ersten zwei Wochen. Sie sind immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
In dieser Folge erkläre ich dir, warum Brustwarzen überhaupt wund werden und was wirklich dahintersteckt. Das ist mir ein totales Herzensanliegen, weil ich es bei meinem ersten Kind selbst erlebt habe und mir damals niemand gesagt hat, was ich heute weiß.
- Warum Cremes und Stillhütchen oft nur das Symptom behandeln
- Wie Verspannungen und Blockaden die Brustwarzen wund machen
- Welche Rolle ein verkürztes Zungenband spielt
- Warum die Anlegetechnik der häufigste Grund ist
- Woran du erkennst, dass dein Baby richtig anliegt
Inhalt
Wunde Brustwarzen sind nicht normal
Warum Symptombehandlung nicht reicht
Ursache 1: Verspannungen und Blockaden
Ursache 2: Ein verkürztes Zungenband
Ursache 3: Die falsche Anlegetechnik
Woran du erkennst, dass dein Baby richtig anliegt
Wunde Brustwarzen sind nicht normal
Heute geht es ums Stillen, genauer um die wunden Brustwarzen, die die meisten Frauen kennen. Und vor allem um diesen Glaubenssatz: Stillen tut am Anfang nun mal weh, und wunde Brustwarzen sind total normal. Das ist es nämlich nicht.
Bei meinem ersten Kind war ich unsicher, ob das mit dem Stillen klappen würde. Im Krankenhaus fühlte ich mich ein bisschen allein gelassen. Mir wurde gesagt, ich müsse meine Brust in das Kind hineindrücken, und das fühlte sich überhaupt nicht intuitiv an. Ich hatte mich gut angelesen und ganz viel angelegt, aber trotzdem ganz wunde Brustwarzen.
Mir wurde gesagt: Das ist halt am Anfang so. Nimm ein Stillhütchen, mach Lanolin drauf, lauf zu Hause oben ohne, dann kommt gut Luft dran, und irgendwann wird das besser. Dieses Irgendwann war nach einem halben Jahr immer noch nicht wirklich besser. Was ich heute weiß: Wunde Brustwarzen sind nicht normal. Auch nicht am Anfang, auch nicht in den ersten zwei Wochen, auch nicht in den ersten Tagen.
Warum Symptombehandlung nicht reicht
Das Problem ist, dass meistens nur am Symptom herumgedoktert wird. Ist eine Brustwarze wund, kommt eine Creme drauf, dann wird mit Stillhütchen vorgebeugt, in den Stillpausen kommen Silberhütchen drauf, oder die Brust wird offen gelassen oder gelasert. Und irgendwann geht es dann schon von allein weg.
Cremes und auch das Lasern können wohltuend sein, das stimmt. Aber die Ursache wird dabei nicht behoben, oft wird nicht einmal nachgeschaut, was die Ursache ist. Und Babys stillen gerade am Anfang super viel. Wenn die Brustwarze bei jedem Stillen wieder wund wird, weil ein Problem dahintersteckt, dann bringen all die Symptombehandlungen nichts. Es ist wie bei jeder Krankheit: Wenn die Ursache nicht behoben ist, bringt das Ganze nichts.
Ursache 1: Verspannungen und Blockaden
Wunde Brustwarzen liegen meistens an der Anlegetechnik. Sie können aber auch andere Ursachen haben. Eine davon sind Verspannungen und Blockaden bei deinem Baby, zum Beispiel durch die Geburt oder durch das Handling danach, auch wenn wir natürlich alles geben, unser Baby gut zu händeln.
Der ganze Mundbereich ist so voller Muskeln, die sich bis zum Nacken ziehen und beim Stillen total beansprucht werden. Diese Muskeln können verspannt sein. Stillen ist übrigens nicht nur für die Nahrung wichtig, sondern formt auch die Muskeln im Gesicht bis zum Nacken und baut eine gesunde Gesichtsstruktur auf, die später beim Kauen, Schlucken und Sprechen hilft.
Ein Osteopath oder eine Physiotherapeutin kann Blockaden und Verspannungen lösen. Wir selbst können auch ein bisschen streicheln, aber so behandeln wie eine Fachkraft können wir die Kinder natürlich nicht.
Ursache 2: Ein verkürztes Zungenband
Eine zweite Ursache kann ein verkürztes Zungenband sein. Hier kann dir ein Arzt oder eine gut ausgebildete Stillberaterin einen spezialisierten Arzt empfehlen.
Ich würde dir nicht raten, einfach zum nächsten Kinderarzt zu gehen und es trennen zu lassen, denn das Thema sollte heißer diskutiert werden, als es das bisher tut. Die Meinungen gehen auseinander. Wir gehen mit unserer Tochter zu einer Spezialistin. Denn wenn das Zungenband einfach nur geschnitten wird, kann es genauso wieder zusammenwachsen, manchmal sogar noch kürzer, wenn nicht entsprechende Übungen gemacht werden, um es zu dehnen. Dann ist das Problem nicht gelöst.
Wichtig: Auch mit einem verkürzten Zungenband kann richtig gestillt werden, ohne wunde Brustwarzen, schön effektiv und ohne dass das Kind zu wenig Milch bekommt, wenn richtig angelegt wird und es nicht zu krass verkürzt ist. Bei unserer Tochter war das der Fall.

Ursache 3: Die falsche Anlegetechnik
Der dritte und tatsächlich häufigste Grund für wunde Brustwarzen: Dein Baby liegt nicht richtig an, es hat nicht die richtige Stillposition eingenommen.
Bevor du zum Arzt rennst, um etwas schneiden zu lassen, kannst du also erst einmal die Stillposition optimieren. Das ist ganz wichtig. Wenn das Baby nicht richtig anliegt, wenn der Kopf überstreckt ist oder das Baby schief zur Brust liegt und seinen Kopf drehen muss, um andocken zu können, sind das keine guten Ausgangslagen für entspanntes Stillen. Wir wollen ja auch nicht mit verrenktem, überstrecktem Kopf essen.
Woran du erkennst, dass dein Baby richtig anliegt
Ein gut angelegtes Baby hat die Wangen, das Kinn und auch die Nase an der Brust. Unsere Babys haben kleine Stupsnasen, und die Nasenflügel gehen an der Brust vorbei, sodass trotzdem gut Luft durchkommt. Es ist also ganz normal, wenn Wangen, Kinn und Nase anliegen, das ist ein gutes Zeichen.
Achte außerdem auf den Fischmund. Wenn die Lippe eingesogen ist, bildet sich bei manchen ein Bläschen, weil sie die ganze Zeit reibt und nicht richtig angelegt ist.
Wenn du prüfen möchtest, ob dein Baby gut anliegt, zieh bitte nicht an der Brust. Drück stattdessen die Brust oder das Babyköpfchen ein bisschen näher heran, damit du sehen kannst, ob der Babymund wirklich wie ein Fischmund geformt ist, ob alles gut anliegt und nichts eingesaugt ist.

Die richtige Stillposition finden
Wie kommst du dahin, dass dein Baby richtig anliegt? In meinem Blogartikel findest du die verschiedenen Stillpositionen zum Nachlesen. Einen wichtigen Hinweis gebe ich dir aber direkt mit: Wenn du eine große Brust hast, ist es nicht so sinnvoll, wenn dein Baby Bauch an Bauch liegt. Wenn deine Brust groß und schwer ist und weit runterrutscht, kommt dein Baby in dieser Position kaum an die Brustwarze. Dann empfehle ich eher die Wiegehaltung.
Ganz wichtig ist außerdem, dass du dich beim Stillen wohlfühlst, gemütlich sitzt und dein Baby gut stützen kannst, damit auch dein Baby gemütlich trinken kann. Denn Stillen kann mal 5 Minuten dauern und mal eine halbe Stunde oder Stunde. Damit es weder bei dir noch bei deinem Baby Verspannungen gibt, ist es wichtig, dass ihr gemütlich miteinander seid.
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Fazit: Wunde Brustwarzen kannst du vermeiden
Stillen ist etwas ganz Natürliches, und wunde Brustwarzen müssen nicht sein. Sie sind immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Wenn du die Ursache findest und behebst, statt nur das Symptom zu behandeln, kann Stillen entspannt und schön werden.
Die wichtigsten Punkte:
- Wunde Brustwarzen sind nicht normal, auch nicht am Anfang
- Cremes und Stillhütchen behandeln meist nur das Symptom
- Mögliche Ursachen sind Verspannungen, ein verkürztes Zungenband oder die Anlegetechnik
- Ein gut angelegtes Baby hat Wangen, Kinn und Nase an der Brust und einen Fischmund
- Such dir eine bequeme Stillposition und sorg für Entspannung und Ruhe
Stillen ist kein Instinkt, sondern eine erlernte Handlung. Wenn du mehr über deinen Stillstart erfahren möchtest, komm gern in meinen Stillvorbereitungskurs. Da erfährst du, worauf es ankommt, was du vermeiden solltest und bekommst die Bestärkung, die du brauchst.
FAQ: Wunde Brustwarzen vermeiden
Sind wunde Brustwarzen am Anfang normal?
Nein. Wunde Brustwarzen sind nicht normal, auch nicht in den ersten Tagen oder Wochen. Sie sind immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt, meistens die Anlegetechnik, manchmal Verspannungen oder ein verkürztes Zungenband.
Helfen Cremes und Stillhütchen gegen wunde Brustwarzen?
Sie können wohltuend sein, behandeln aber nur das Symptom. Wird die Ursache nicht behoben, wird die Brustwarze bei jedem Stillen wieder wund. Stillhütchen sind sogar nur sehr selten wirklich sinnvoll.
Woran erkenne ich, dass mein Baby richtig anliegt?
Ein gut angelegtes Baby hat Wangen, Kinn und Nase an der Brust und einen Fischmund mit nach außen gestülpten Lippen. Die kleinen Nasenflügel gehen an der Brust vorbei, sodass dein Baby gut Luft bekommt.
Kann ich mit einem verkürzten Zungenband überhaupt schmerzfrei stillen?
Ja. Auch mit einem verkürzten Zungenband kann richtig gestillt werden, ohne wunde Brustwarzen und ohne dass dein Baby zu wenig Milch bekommt, solange es richtig angelegt ist und nicht zu krass verkürzt ist. Bevor geschnitten wird, lohnt es sich, die Stillposition zu optimieren.
Welche Stillposition ist die richtige für mich?
Das hängt von deinen körperlichen Gegebenheiten ab. Bei einer großen, schweren Brust ist Bauch an Bauch oft nicht ideal, da hilft eher die Wiegehaltung. Wichtig ist, dass du gemütlich sitzt, dein Baby gut stützen kannst und ihr beide entspannt seid.



