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Geburtsbericht Bauchgefühl: Wie Sarah ihrer Intuition in Klinik und Wehen vertraute

Was dich in diesem Geburtsbericht erwartet

Sarah hat sich für die Klinik entschieden, gegen die ursprüngliche Idee ihres Partners, gegen die nächstgelegene Klinik mit dem hektischen Eindruck, für die kleinere Klinik im Dorf mit dem Babyfreundlichkeitssiegel. Sie hat ihrer Intuition gehört, immer wieder, in jedem einzelnen Schritt. Und genau das hat ihre Geburt geschenkt.

In diesem Bericht erzählt Sarah, wie ihre erste Geburt verlief: drei Tage Latenzphase, eine Doula als mentale Begleitung, das Anrufen ohne klare Antwort, das Bauchgefühl, in der Klinik bleiben zu wollen, der Vierfüßlerstand auf der Couch, der die Fruchtblase platzen ließ, und zweieinhalb Stunden Kreissaal bis ihre Tochter da war.

  • Warum sie gegen den ersten Klinik-Plan ihres Partners gewählt hat, und wie er mitkam
  • Wie eine Doula sie über Wochen mental vorbereitet hat
  • Warum die Wehen-App sie zuerst beruhigte und dann verunsicherte
  • Was passiert ist, als sie im Vierfüßlerstand auf der Couch saß
  • Warum Lachgas und ein Hebammenwechsel ihr am Ende geholfen haben
  • Was sie über das Stillen und das Babyfreundlichkeitssiegel lernen durfte

Inhalt

Die Vorbereitung: Doula, Kurs und tägliche Bauchverbindung

Drei Tage Latenzphase und der Anruf im Kreissaal

Eintreffen im Krankenhaus: 1 Zentimeter Muttermund und Tränen

Der Vierfüßlerstand auf der Couch

Zweieinhalb Stunden im Kreissaal mit Lachgas

Hebammenwechsel und drei Presswehen

Bonding, Stillstart und drei Tage Wochenstation

Fazit

Höre die ganze Podcastfolge

Geburtsbericht Hör auf dein Gefühl

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Die Vorbereitung: Doula, Kurs und tägliche Bauchverbindung

Sarah hat sich vom siebten Monat an täglich Zeit genommen, um sich mit ihrem Baby zu verbinden. Sie hat Podcasts gehört, meinen Kurs Umgang mit Geburtsschmerzen gemacht und sich zusätzlich eine Doula gesucht. Eine Doula ist keine medizinisch ausgebildete Hebamme, sondern eine mentale Begleiterin für die Frau, vor, während und nach der Geburt. Eine Freundin hatte ihr eine angehende Doula vorgestellt, und genau diese Begegnung war ein Schlüssel.

Mit ihrer Doula hat sie einen Geburtsplan erstellt, den sie später in der Klinik durchgesprochen hat. Sie haben gemeinsam visualisiert, meditiert, sich auf die Geburt vorbereitet. Sarahs Frage in dieser Zeit, die sich viele stellen: hilft das überhaupt was, oder mache ich das alles umsonst? Die Antwort kam mit jeder Wehe ihrer eigentlichen Geburt: ja, es hilft. Und zwar massiv.

Was ihr im Vorfeld auch wichtig war: eine Klinik mit Babyfreundlichkeitssiegel. Bei der Besichtigung der Wunschklinik in Leipzig hatte sie kein gutes Gefühl. Eine andere Klinik fühlte sich hektisch an, war hell ausgeleuchtet, alle wirkten gestresst. Die dritte, etwas weiter draußen im Dorf, fühlte sich beim Info-Nachmittag richtig an. Sarah ist Bauchgefühlmensch. Sie hat zugehört.

Drei Tage Latenzphase und der Anruf im Kreissaal

Sonntagabend ging es los. Wehen, die Sarah noch nicht klar einordnen konnte. Erste Schwangerschaft, kein Vergleichswert, sie googelte viel und machte sich damit verrückt. Irgendwann hat sie es einfach passieren lassen.

Montag war ein ruhiger Tag, viel schlafen, Kraft sammeln. Sie hatten geplant, abends in die Therme zu gehen. Sarah sagte zu ihrem Freund: lass uns das lassen, bring eine Pizza mit, wir machen es uns gemütlich. Die Wehen wurden stärker, dann wieder schwächer, alle 10 bis 15 Minuten. Dienstag dasselbe Spiel. Zwei Nächte ohne Schlaf, die Kräfte ließen nach. Dienstagabend war ein Druck dabei, und sie rief in der Klinik an.

Die Klinik sagte: kommen Sie gerne vorbei, aber es klingt, als dauere es noch, bleiben Sie noch zu Hause. Sarah blieb. Sie trackte die Wehen, mal alle fünf Minuten, mal zwei Stunden Pause. Mittwochmorgen wachte sie mit Übelkeit auf, übergab sich, und in genau diesem Moment war ihr Gefühl eindeutig. Jetzt fahren wir.

Eintreffen im Krankenhaus: 1 Zentimeter Muttermund und Tränen

Im Krankenhaus die Ernüchterung: Muttermund bei 1 Zentimeter. Die Empfehlung: fahren Sie noch mal nach Hause. Sarah brach in Tränen aus. Zwei Tage und zwei Nächte hatte sie zu Hause gewartet, ihr Freund hatte die ganze Verantwortung getragen, sie wollte endlich im sicheren Raum sein.

Das Klinikpersonal hat ganz wunderbar reagiert. Sie sagten: kein Problem, wir machen Ihnen ein Bett auf der Wochenstation frei, Sie können bleiben. Sarah zweifelte, ob sie ein Bett belegen durfte, wo doch alle sagten, es dauere noch zwei, drei Tage. Ihr Freund gab ihr 15 Minuten Bedenkzeit, fragte sie dann noch mal direkt. Und Sarah sagte: ich möchte bleiben.

Sie ging in die Badewanne im Kreissaal. Die Untersuchung hatte ergeben, dass der Kopf noch nicht ganz im Becken gedreht war. Sarah stellte sich in der Wanne die ganze Zeit vor, wie ihr Baby den Kopf dreht. Sie war komplett bei ihrer Tochter. Dreh den Kopf, dreh den Kopf. Dann ein Hebammenwechsel, eine ältere Frau, die ihr von der ersten Sekunde Sicherheit gab. Die neue Untersuchung: der Kopf hatte sich gedreht. Der Muttermund war kaum verändert, schwer zu tasten.

Wieder kam der Vorschlag: gehen Sie doch heute Nacht noch mal nach Hause, essen Sie was, schlafen Sie. Sarahs Gefühl war: bleiben. Sie ging mit ihrem Freund spazieren rund um die Klinik. Die Wehen waren komplett weg. Und Sarah dachte: so gut kann man sich doch nicht fühlen, wenn die Geburt kurz bevorsteht. Sie sagte ja zur Heimfahrt. Die Hebamme gab ihr einen Tipp: bei der nächsten Wehe, geh in den Vierfüßlerstand.

Hand auf dem Schwangerschaftsbauch, Symbol für das Bauchgefühl in Sarahs Geburtsbericht

Der Vierfüßlerstand auf der Couch

Eine halbe Stunde später zu Hause. Der Freund fängt an zu kochen. Sarah spürt eine Wehe, geht auf der Couch in den Vierfüßlerstand. Die Fruchtblase platzt. Mit einem lauten Knall, ihre Beine sind nass. Wie im Film. Sarah hatte es immer für übertrieben gehalten. Es war exakt so.

Sie packten die Sachen, Sarah zog sich um, im Auto aß sie weiter, mit der rechten Hand den Wrap, mit der linken klammerte sie sich am Freund fest. Die Wehen waren stark, sie veratmete laut, tönte ein bisschen. Eine halbe Stunde Fahrt. An der Klinik ließ sie sich am Eingang absetzen, kürzester Weg. Oben nahm dieselbe Hebamme sie wieder in Empfang. Eine Stunde nach dem Abschied war Sarah zurück.

Untersuchung: Muttermund bei 5 Zentimetern. Sarah ging in den Kreissaal und stand nicht mehr auf bis ihre Tochter da war.

Zweieinhalb Stunden im Kreissaal mit Lachgas

Sie waren um 20 Uhr in der Klinik, um 22:22 Uhr war ihre Tochter da. Zweieinhalb Stunden, intensiv, ohne Komplikationen. Sarah hat sich für Lachgas entschieden. Die ersten zwei Atemzüge in die Maske waren ungewöhnlich, das Ausatmen ging schwerer als sonst. Dann hatte sie den Rhythmus. Mit jeder Wehe griff sie zur Maske, atmete rein, atmete raus, tönte hinein.

Das Tönen in die Maske hat ihr geholfen, die Scham loszulassen. Sie konnte laut sein, ohne den ganzen Kreissaal zu beschallen. Es wurde ein Ritual. Maske, Wehe, Atem, Stimme. Die Hebamme hat sie wunderbar durchgeleitet. Sie ging zwischendurch raus, Sarah bat sie, zu bleiben. Sie blieb.

Sarah hat ihre Affirmationen aus dem Kurs abgerufen, sich dem Schmerz hingegeben. Vor den Presswehen kam ein Moment, in dem sie das Gefühl hatte, zwischen zwei Welten zu sein. Vielleicht ein Trance-Zustand, vielleicht das Lachgas, vielleicht beides. Ab da hat sie komplett losgelassen.

Hebammenwechsel und drei Presswehen

Genau vor den Presswehen, 22:10 Uhr, kam ein Hebammenwechsel. Sarah war in dem Moment wütend. Sie sagte das auch laut, fragte die Hebamme, ob sie nicht doch bleiben könne. Die Hebamme konnte nicht. Sarah hat ihre Wut genommen und sie in die Presswehen gelegt. Im Nachhinein sagt sie: dieser Wechsel hat ihr Kraft gegeben. Die neue Hebamme war übrigens auch toll.

Die Presswehen erkannte Sarah sofort. Vorher hatte sie sich oft gefragt, wo sie steht. Jetzt war es klar. Sie wusste: sie kommt. Die Phase dauerte ungefähr 20 Minuten. Die letzten Wehen, die Hingabe, die Kraft aus der Wut, das Lachgas zum Tönen. Um 22:22 Uhr lag ihre Tochter auf ihrer Brust.

Geburtsverletzung: ein kleiner Scheidenriss, mit zwei Stichen genäht. Das Nähen hat trotz Betäubung weh getan und war für Sarah der unangenehmste Teil der ganzen Geburt. Sie wurde laut, sagte: was denn jetzt noch alles kurz? Daraufhin nähten die Ärztinnen vorsichtiger und schneller.

Sanftes Licht am Klinikfenster, Sinnbild für Sarahs positive Klinikgeburt aus dem Bauchgefühl

Bonding, Stillstart und drei Tage Wochenstation

Ehrlich gesagt war Sarah am ersten Abend noch nicht voll bei ihrer Tochter. Sie hat gesehen: sie ist da, sie ist gesund. Und dann brauchte sie selbst erst mal Wasser und ein paar Minuten Durchatmen. Das Lachgas hatte sie ein wenig weggetreten. Das richtige Bonding kam in der Nacht und am nächsten Morgen, als sie ihre Tochter anschaute und realisierte: wir haben es geschafft.

Anderthalb Stunden Bonding direkt nach der Geburt, das Baby nackt auf der Brust, nicht gewaschen. Um 1:30 Uhr im Wochenbettzimmer, bis 6 Uhr morgens lag ihre Tochter weiter nackt auf ihrer Brust. So waren die Werte der Klinik mit Babyfreundlichkeitssiegel.

Der Stillstart war nicht durchweg leicht. Ihre Tochter kam mit 2900 Gramm zur Welt, war eher zart, saugte wenig. Die Hebammen haben Druck gemacht: alle drei Stunden anlegen, auch nachts. Sarah hätte sich das im Nachhinein vielleicht etwas weniger gewünscht, ist aber dankbar, dass sie drangeblieben sind. Sie hat einmal über ein Brusternährungsset zugefüttert, danach kam der Milcheinschuss, danach lief alles. Ab Tag vier zu Hause wurde es immer besser. Sarahs Botschaft an alle, die in der ersten Stillwoche schwierig haben: push through it, es wird besser.

Sarah blieb drei Tage in der Klinik. Sie hätte jederzeit gehen können. Sie durfte bleiben. Hebammen saßen 40 Minuten nachts an ihrem Bett und halfen beim Anlegen. Diese Unterstützung war Gold wert, gerade beim ersten Kind. Auch das war eine Frucht ihrer Klinikwahl. Sarah weiß heute, wie viel die Sana Klinik in Borna für sie und ihre Tochter getan hat.

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Fazit: Was Sarahs Geburtsbericht zeigt

Sarah hat in jedem einzelnen Schritt auf ihr Bauchgefühl gehört. Bei der Klinikwahl gegen die naheliegende Option. Beim Bleiben in der Klinik gegen die Empfehlung. Beim Heimfahren mit dem Gefühl, dass es schnell zurückgehen wird. Beim Vierfüßlerstand auf der Couch. Beim Lachgas. Beim Bleibenlassen der Hebamme. Beim Annehmen der Wut über den Wechsel als Kraftquelle.

Die wichtigsten Punkte aus ihrem Bericht:

  • Mentale Geburtsvorbereitung ist mindestens so wichtig wie körperliche. Such dir einen Kurs zusätzlich zum klassischen Hebammenkurs.
  • Hör auf dein Bauchgefühl, auch gegen das Personal, gegen den Partner, gegen den Plan.
  • Eine Klinik mit Babyfreundlichkeitssiegel kann den Unterschied machen, zwischen früh entlassen und drei Tage liebevoll betreut.
  • Du musst die Geburtsklinik nicht nehmen, die am nächsten ist. Such die, in der du dich beim Reingehen schon sicher fühlst.
  • Wenn der Stillstart schwer ist, brauchst du gute Unterstützung, kein Pre-Milch-Fläschchen.
  • Die Geburt ist deine Entscheidung. Auch wenn dein Partner mitfühlt und mitträgt, du bist die Königin dieses Tages.

Sarahs Worte am Ende: das wirklich entscheidende war, immer wieder auf das eigene Gefühl zu hören. Nichts ist klüger als deine Intuition. Du hast dein Baby in dir, du bist mit ihm verbunden. Mehr brauchst du nicht zu wissen.

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