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Babyzeichen: So versteht ihr euch, bevor dein Baby spricht

Was du in diesem Artikel lernst

Dein Baby möchte dir längst etwas sagen, lange bevor die ersten Worte kommen. Es zeigt, es greift, es jammert. Und du stehst manchmal daneben und rätselst, was es jetzt eigentlich möchte. Babyzeichen sind ein wunderschöner Weg, diese Lücke zu schließen.

In dieser Folge spreche ich mit Simone von zauberhafte Babyhände über Babyzeichen. Wir klären, ab welchem Alter sie sinnvoll sind, warum sie die Sprachentwicklung fördern statt sie zu bremsen und wie du ganz unkompliziert startest. Auch wenn dein Kind die Zeichen am Anfang nicht zurückgibt, lohnt es sich. Versprochen.

  • Was Babyzeichen genau sind und woher sie kommen
  • Ab wann du sinnvoll mit Babyzeichen starten darfst
  • Warum Babyzeichen die Sprachentwicklung fördern, nicht bremsen
  • Was du tust, wenn dein Baby die Zeichen erstmal nicht nachmacht
  • Mit welchen Zeichen du am besten anfängst und wie viele sinnvoll sind

Inhalt

Was sind Babyzeichen eigentlich

Ab wann Babyzeichen sinnvoll sind

Warum Babyzeichen die Sprache fördern, nicht bremsen

Was tun, wenn dein Baby die Zeichen nicht nachmacht

Welche Babyzeichen am Anfang Sinn machen

Warum Babyzeichen die Bindung stärken

Fazit

FAQ

Höre die ganze Podcastfolge

How to talk to your baby

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Was sind Babyzeichen eigentlich

Für Babyzeichen gibt es viele Begriffe. Baby Signs, Babyzeichensprache, Babygebärden. Im Kern geht es immer um das Gleiche: mit deinem Kind zu kommunizieren mit den Mitteln, die es schon hat, bevor es lautsprachlich sprechen kann.

Und das sind nun mal die Hände. Babys nutzen ihre Hände schon lange, bevor sie ein einziges Wort sagen. Sie zeigen irgendwohin, sie greifen nach allem, du siehst an ihren Händen, ob sie gerade wütend oder entspannt sind. Das ist von Natur aus schon da.

Bei Babyzeichen nutzen wir die deutsche Gebärdensprache, die DGS, als Richtlinie. Aber wir lernen nicht die komplette DGS, wie es gehörlose Kinder lernen würden, mit Satzbau und Grammatik. Wir nehmen nur einzelne Wörter raus. Genau die Wörter, die für dein Baby wirklich relevant sind.

Du bietest deinem Kind die Zeichen einfach an, indem du sie verwendest, während du sprichst. Wenn ihr draußen seid und dein Baby ein Auto sieht, sagst du: „Schau mal, da drüben ist ein Auto.“ Und in dem Moment, wo du Auto sagst, machst du auch die Autogebärde mit den Händen, als hättest du ein Lenkrad und drehst es leicht nach rechts und links.

Ab wann Babyzeichen sinnvoll sind

Theoretisch könntest du direkt nach der Geburt mit Babyzeichen anfangen. Praktisch sinnvoll wird es so ab fünf Monaten, oder sechs, oder sieben. Spätestens mit acht Monaten macht es richtig Sinn zu starten. Und mit neun bis zehn Monaten kommen bei den meisten Kindern dann auch die ersten Zeichen zurück.

Wichtig ist die Aufmerksamkeit deines Babys. Wenn dein Kind dich anschaut, machst du Wort und Zeichen am besten gleichzeitig. Wenn dein Kind zum Auto schaut, dann darfst du die Gebärde auch erst danach machen. Das ist nicht so streng zu sehen, wie zum Beispiel in der Hundeerziehung mit Überschattung.

Wenn dein Baby unsere Sprache hört, ist es am Anfang schwierig, einzelne Worte aus dem Strom rauszufiltern. „Schau mal, da drüben ist eine Katze“ ist für dein Baby eine Aneinanderreihung von Silben. Dass schau ein Wort ist, mal ein Wort und Katze ein Wort, das ist überhaupt nicht selbstverständlich.

Wenn du aber bei Katze die Gebärde machst, betonst du das Wort automatisch anders. Und dein Baby kann das Zeichen mit dem Bild der Katze und dem Wort verbinden. Drei Eindrücke, die zusammengehören. Genau so versteht dein Baby Sprache und kann sich später besser ausdrücken.

Warum Babyzeichen die Sprache fördern, nicht bremsen

Eine Sorge höre ich immer wieder, oft von den Großeltern: „Wenn du das jetzt machst, lernt dein Kind ja nie sprechen. Dann braucht es das doch gar nicht.“ Diese Sorge kann ich dir nehmen.

Kinder, die mit Babyzeichen aufwachsen, lernen alle sprechen. Sie fangen nicht unbedingt früher an, aber sie fangen auch nicht später an. Was sich oft zeigt: Wenn sie loslegen, hat sich eine Grundbildung in Sprache aufgebaut. Sie können sich oft besser ausdrücken, kennen mehr Worte und haben weniger der typischen kleinen Sprachfehler.

Babyzeichen sind kein Trainingsprogramm, damit dein Kind später besser in der Schule ist. Das ist überhaupt nicht der Punkt. Es geht einzig darum, deinem Baby einen Zugang zu intensiver Kommunikation zu ermöglichen, lange bevor es sprechen kann. Und nebenbei entsteht ein viel feineres Gefühl für Sprache.

Und die Sprachentwicklung geht ohnehin bis ins Grundschulalter. Dein Baby hat also ganz viel Zeit. Es gibt keinen Grund zur Eile und keinen Grund zur Sorge, dass etwas verloren geht.

Mama zeigt ihrem Baby ein Babyzeichen auf einer Decke

Was tun, wenn dein Baby die Zeichen nicht nachmacht

Bei unserer Tochter hatte ich genau diese Erfahrung. Ich habe wirklich früh angefangen, mit drei oder vier Monaten, hatte die Zeichen am Kühlschrank kleben und sie hat nie ein einziges Zeichen nachgemacht. Trotzdem hat sie super früh angefangen zu sprechen.

Mit drei, vier, fünf Monaten ist es viel zu früh, ein Zeichen zurück zu erwarten. Selbst wenn du mit fünf Monaten startest, kann es bis zum achten, neunten oder zwölften Monat dauern, bis dein Kind eine Gebärde zeigt. Das ist normal, das ist okay.

Viele Eltern hören zu früh auf. Das ist schade, denn auch wenn dein Baby nichts aktiv zurückgibt, bleibt etwas hängen. Es gibt einen passiven Wortschatz für Lautsprache und es gibt einen passiven Wortschatz für Gebärden. Beides entwickelt sich weiter, auch im Stillen.

Mein Tipp also: Bleib dran, auch wenn es sich aussichtslos anfühlt. Du sprichst während des Zeichens dein Kind direkt an, du betonst das Wort, du machst eine kurze Pause davor. Allein das wirkt sich auf die Sprachentwicklung aus. Und du verlierst nichts dadurch.

Welche Babyzeichen am Anfang Sinn machen

Bei zauberhafte Babyhände gibt es ein Fünf-Schritte-Konzept. Schritt eins ist Wahrnehmung, wo du dein Baby richtig kennenlernst. Schritt zwei ist die Auswahl der Zeichen. Und genau da fallen die meisten Fehler.

Wichtig ist: Nicht zu viele und nicht zu wenige. Und vor allem Zeichen mit Relevanz für dein Baby. Wenn ihr einen Hund habt, ist das Hund-Zeichen sinnvoll. Wenn ihr keinen Hund habt, aber die Nachbarin einmal die Woche, dann ist das Hund-Zeichen kein gutes erstes Zeichen, auch wenn sich dein Baby über den Hund freut.

Auch das Oma-Zeichen lohnt sich nur, wenn ihr Oma oft seht. Sonst lieber andere Zeichen aus dem Alltag. Was siehst du jeden Tag mit deinem Baby? Wovon ist dein Baby gerade fasziniert? Das sind die ersten Zeichen.

Und die Faustregel für die Menge: Die ersten 20 Zeichen sind ein guter Rahmen. Ob es 19 oder 21 sind, ist egal. Bei 50 überforderst du dein Baby, bei nur 5 ist es vielleicht zu wenig, damit es wirklich Wirkung zeigt.

Mama mit Kleinkind im Tragetuch entdeckt einen Vogel und nutzt Babyzeichen

Warum Babyzeichen die Bindung stärken

Hier ist für mich der wichtigste Punkt überhaupt. Babyzeichen sind nicht nur Sprachförderung. Sie sind Verbindung.

Stell dir vor, du gehst mit deinem Baby spazieren und es zeigt aufgeregt irgendwohin. Du fragst dich: Was ist da nun? Ist es der Baum, ist es ein anderes Kind, ist es ein Vogel? Wenn dein Baby das Vogel-Zeichen kennt und seine zwei Fingerchen am Mund bewegt, weißt du sofort: Vogel. Du sagst: „Ah, du hast einen Vogel gesehen, ich sehe ihn auch.“ Und schon ist dieser Moment zwischen euch beiden.

Dein Baby fühlt sich verstanden. Du fühlst dich verbunden. Aus einem Spaziergang mit Rätselraten wird ein Gespräch. Und bei Wutausbrüchen, wenn dein Kind später noch nicht alle Worte hat, bietet das einen zusätzlichen Kanal. Es kann sich ausdrücken, statt nur zu schreien.

Und ganz nebenbei lernst du selbst, langsamer zu sprechen, dein Kind anzuschauen, mehr mit deinem Kind zu reden statt über dein Kind. All das, was so wertvoll für die Beziehung ist und in unserem hektischen Alltag oft verloren geht.

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Fazit: Babyzeichen lohnen sich, auch wenn du heute startest

Babyzeichen sind kein Förderprogramm. Sie sind eine Brücke zwischen dir und deinem Baby, in der Zeit, in der es schon so viel verstehen, aber noch nicht sprechen kann.

Die wichtigsten Punkte aus dieser Folge:

  • Du darfst ab fünf bis acht Monaten sinnvoll mit Babyzeichen starten
  • Die ersten Zeichen zeigt dein Baby meist mit neun bis zwölf Monaten
  • Babyzeichen bremsen die Sprache nicht, sie fördern sie eher
  • Auch wenn dein Baby nichts zurückzeigt, baut sich der passive Wortschatz auf
  • Wähle 20 Zeichen aus, die im Alltag deines Babys wirklich vorkommen

Du musst kein Profi sein und kein Konzept perfekt umsetzen. Schon ein einziges Zeichen, das du jeden Tag verwendest, ist ein Geschenk an euch beide. Und falls dein Kind die Zeichen am Anfang nicht zurückgibt, bleib entspannt. Du verlierst nichts. Im Gegenteil: Du sprichst langsamer, achtsamer und mehr mit deinem Kind. Das ist immer Gewinn.

FAQ zu Babyzeichen

Ab welchem Alter darf ich mit Babyzeichen starten?

Theoretisch ab Geburt, sinnvoll ab fünf bis sieben Monaten. Spätestens mit acht Monaten macht es richtig Sinn. Die ersten Zeichen zurück kommen meist zwischen neun und zwölf Monaten.

Verzögern Babyzeichen das Sprechen?

Nein. Kinder mit Babyzeichen fangen weder später noch unbedingt früher an zu sprechen. Sie haben oft aber ein feineres Gefühl für Sprache, mehr Worte und weniger Sprachfehler, wenn sie loslegen.

Mein Baby macht keine Zeichen zurück. Soll ich aufhören?

Bitte nicht. Auch ohne sichtbare Reaktion baut sich ein passiver Wortschatz auf, der die Sprachentwicklung später unterstützt. Bleib dran, mindestens bis dein Kind ein Jahr alt ist, und nimm die fehlende Reaktion nicht persönlich.

Welche Babyzeichen lerne ich am besten zuerst?

Die, die im Alltag deines Babys wirklich vorkommen. Essen, Trinken, Milch, Schlafen, Mama, Papa, plus Dinge, von denen dein Baby gerade fasziniert ist. Wenn ihr Hund oder Katze habt, sind das gute Zeichen. Oma nur, wenn ihr Oma oft seht.

Wie viele Babyzeichen sind sinnvoll?

Etwa 20 Zeichen sind ein guter Rahmen. Bei 50 überforderst du dein Baby, mit nur 5 fehlt die Wirkung. Die genaue Zahl ist nicht entscheidend, viel wichtiger ist die Auswahl mit Bezug zum Alltag.

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