Fehler bei meiner Geburt: Was ich aus 72 Stunden Wehen und einem Notkaiserschnitt gelernt habe
Was du in diesem Artikel lernst
Meine erste Geburt dauerte 72 Stunden. Ich hatte mich auf die Babyzeit vorbereitet, ein Geburtshaus gebucht und voll auf die Natur vertraut. Was ich nicht hatte: ein einziges Werkzeug für den Moment, in dem die Wehen kamen. Ich habe damals zu meiner Familie gesagt: „Bringt mich ins Krankenhaus, ich will einen Kaiserschnitt.“ Diese Geburt hat mir den größten Fehler meines Lebens beigebracht und gleichzeitig den Weg zu allem, was ich heute weitergebe.
In dieser Folge teile ich beide Geburten ehrlich mit dir: Die erste, in der ich mich völlig ausgeliefert gefühlt habe. Die zweite, die ein Notkaiserschnitt wurde und die ich trotzdem als die schönere erlebt habe. Der Unterschied war ein einziger: mentale Geburtsvorbereitung. Du erfährst, was ich heute anders machen würde, warum „die Hebamme wird das schon richten“ der häufigste Fehler ist und welche konkreten Werkzeuge dir auch dann helfen, wenn deine Geburt anders läuft als geplant.
- Warum „ich vertraue einfach der Natur“ als Vorbereitung nicht reicht
- Was wirklich passiert ist in meinen 72 Stunden Wehen
- Wie sich meine zweite Geburt mit Mentaltraining angefühlt hat
- Warum auch ein Notkaiserschnitt eine wunderschöne Geburt sein kann
- Welche Angst ich übersehen habe und was du daraus mitnehmen kannst
Inhalt
Mein größter Fehler bei der ersten Geburt
72 Stunden Wehen: Wie es sich wirklich angefühlt hat
Was Mentaltraining für die zweite Geburt verändert hat
Notkaiserschnitt mit innerer Ruhe
Die Angst, die ich übersehen habe
Mein größter Fehler bei der ersten Geburt
Vor meiner ersten Geburt habe ich Artgerecht gelesen, mich auf die Babyzeit vorbereitet und voll darauf vertraut, dass die Natur das schon machen wird. Ich war im Geburtshaus angemeldet, hatte eine Eins-zu-Eins-Betreuung mit einer Hebamme und dachte, ich tue alles, was ich tun kann. Mein größter Fehler war: Ich habe die Verantwortung für meine Geburt abgegeben.
Ich bin mit der inneren Haltung in die Wehen gegangen: „Die Hebamme wird das schon richten.“ Eine erfahrene Hebamme ist Gold wert, das sehe ich auch heute so. Sie hat Tools, sie hat Erfahrung, sie kann viel beeinflussen. Doch das Allerwichtigste hast du selbst in der Hand. Niemand kann das Baby aus dir rausholen, außer mit einem Kaiserschnitt. Das war mein wichtigstes Learning. Wenn du innerlich nicht bereit bist, wenn du dich nicht eingestellt hast auf das, was kommt, bringt dir die beste Begleitung nichts.
Was mir damals niemand gesagt hat: Es gibt etwas, das ich aktiv tun kann. Geburt ist nicht ein unkontrollierbarer Prozess, bei dem du die Kontrolle abgibst und hoffst, dass jemand das Kind rausholt. Du kannst beeinflussen, wie du diese Geburt erlebst. Du kannst sogar beeinflussen, wie stark du den Schmerz empfindest. Davon hatte ich keine Ahnung und genau deshalb teile ich diese Geschichte heute so ehrlich.
72 Stunden Wehen: Wie es sich wirklich angefühlt hat
72 Stunden Wehen. Drei Tage in einem Schmerzkarussell, in dem ich nicht mehr wusste, wie ich da rauskommen soll. Ich war gefangen. Ich hatte das Gefühl: Ich habe keine Kontrolle mehr, ich bin jetzt hier und ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Das war ein schreckliches Gefühl. Ich verstehe heute, mit der Ausbildung, was damals passiert ist. Damals habe ich gar nichts verstanden.
Nach einem Tag habe ich alle Menschen um mich herum angebettelt, mich ins Krankenhaus zu fahren und einen Kaiserschnitt zu machen. Ich, die sich eine natürliche Geburt im Geburtshaus gewünscht hatte. Ich wollte nur, dass es aufhört. Mir fehlten die Strategien für den Umgang mit dem Schmerz, mir fehlte das Wissen, warum dieser Schmerz überhaupt entsteht und vor allem fehlte mir die Erinnerung an meine eigene Kraft.
Im Nachhinein war ich wirklich enttäuscht von mir selbst. Nicht, weil ich versagt hätte. Sondern, weil ich das so unterschätzt habe. Weil ich gedacht habe: „Es läuft schon.“ Es läuft nicht einfach so. Geburt braucht Vorbereitung. Nicht nur körperlich, vor allem mental.

Was Mentaltraining für die zweite Geburt verändert hat
Vor meiner zweiten Geburt hatte ich definitiv Angst. Ich habe mich immer wieder auf unserem Sofa gesehen, wie die Wellen kommen und ich nicht weiß, was ich tun soll. Genau deshalb habe ich mich entschieden, die Birth-and-Balance-Kursleiter-Ausbildung zu machen. Ich wollte nicht nur einen Kurs buchen. Ich wollte das gesamte Wissen, das nur möglich ist.
Diesmal habe ich verstanden, wie Geburtsschmerzen überhaupt entstehen. Da gibt es zwei Muskelgruppen in der Gebärmutter: die Längsmuskeln, die kontrahieren, und die Ringmuskeln am Muttermund, die nachgeben müssen. Wenn ein Muskel anspannt und nicht loslässt, tut das weh. Diesmal wusste ich, wie ich entspanne. Ich wusste, welche Atmung mir hilft. Es gibt die Ruheatmung, die die Entspannung vertieft. Es gibt die Wellenatmung, die die Effektivität der Wehen erhöht, sodass sie kürzer dauern und stärker auf die Muttermundöffnung wirken.
Die Wehen waren da, ich habe sie gespürt. Aber ich habe sie nicht als Schmerz wahrgenommen. Ich bin in die Hypnose gegangen, habe die Imagination angewendet, habe geatmet wie geübt. Der Muttermund ging unglaublich schnell auf. Und das hatte nichts mit „zweite Geburt geht schneller“ zu tun. Das hatte mit Wissen zu tun. Mit konkreten Werkzeugen, die ich in dem Moment abrufen konnte, weil ich sie vorher geübt hatte.
Sicherheit kommt von Klarheit
Im klassischen Geburtsvorbereitungskurs vor meiner ersten Geburt war ich hinterher enttäuscht. Beim Thema Atmung haben wir gelernt, dass wir bei den Wehen auf A, O oder U austönen dürfen. Mehr nicht. Ich dachte: „Wenn es nichts anderes gibt, dann gibt es eben nichts anderes.“ Es gibt aber etwas anderes. Es gibt sehr viel anderes. Dein Gehirn mag es nicht, wenn Dinge passieren, von denen du keine Ahnung hast. Wenn du dir genau vorstellen kannst, was im Körper passiert und warum, gibt dir das Sicherheit. Sicherheit sorgt für Entspannung. Geburt braucht Entspannung.
Notkaiserschnitt mit innerer Ruhe
Meine zweite Geburt wurde trotz allem ein Kaiserschnitt. Ein Notkaiserschnitt, obwohl der Muttermund super aufging, obwohl ich kaum Schmerzen hatte. Im ersten Moment war ich wahnsinnig traurig. Ich bin Krankenhäusern gegenüber nicht besonders aufgeschlossen. Doch durch das Mentaltraining hatte ich auch dafür Werkzeuge.
Ich habe gelernt: Alle Gefühle sind okay. Auch die unangenehmen. Ich habe mir die Traurigkeit angeguckt, ich habe sie gefühlt, dann habe ich sie gehen lassen. Und ich habe mich auf mein Baby konzentriert. Ich habe in der vorherigen Folge schon erzählt, dass wir mit unseren Babys im Bauch sprechen können. Genau das habe ich getan. Ich habe ihm gesagt: „Es wird alles gut. Wir schaffen das. Wir sind in Verbindung.“ Die Herztöne waren die ganze Zeit gut. Die Fahrt mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus, direkt in den OP, war ruhig.
Während des Kaiserschnitts war ich in Hypnose. Die Ärzte haben mir erlaubt, meine Kopfhörer im Ohr zu behalten. Ich habe mich selbstbestimmt gefühlt. Selbstverständlich war das nicht die Situation, die ich mir gewünscht hatte. Aber ich konnte mit ihr umgehen. Genau das bewirkt Mentaltraining. Es geht nicht darum, dass alles perfekt läuft. Es geht darum, dass du dich nicht verloren fühlst, wenn etwas anders kommt.
Hypnose, die wirklich wirkt
Nach dem Kaiserschnitt gab es noch ein Problem mit einer Blutung. Ich habe gehört, was die Ärzte gesagt haben, ich habe ihre Fachbegriffe verstanden, weil ich mich vorbereitet hatte. Ich bin in meinen Entspannungsort gegangen, habe mir vorgestellt, wie meine Gebärmutter sich zusammenzieht, wie alles gut wird. Von einer Sekunde auf die andere war die Blutung gestillt. Es gibt Studien zu Hypnose und Wundheilung. Ich hatte plötzlich erlebt, was die Studien beschreiben.

Die Angst, die ich übersehen habe
Trotzdem habe ich mir hinterher die Frage gestellt: Warum ist mir das passiert? Ich hatte mich doch so gut vorbereitet. Ich habe eine Antwort gefunden. Ich hatte eine Angst nicht gesehen. Sie war schon sehr lange in meinem Kopf, doch ich hatte sie weggeschoben.
Deshalb ist mir eine Sache besonders wichtig: Schau dir deine Ängste an. Schieb sie nicht beiseite mit dem Argument, dass ein positives Mindset wichtig ist. Ein positives Mindset bedeutet nicht, dass du Ängste vorbeischiebst. Es bedeutet, dass du sie anschaust, ihnen Beachtung schenkst und sie auflöst. Ängste wollen dich vor etwas beschützen. Erst wenn du verstehst, wovor genau, kannst du den Schutzpanzer abbauen.
Ich glaube heute, dass diese Erfahrung mir geholfen hat, all die Frauen besser zu verstehen, bei denen es doch auf einen Kaiserschnitt hinausläuft. Ich kenne beides. Ich kenne die vaginale Geburt nach 72 Stunden und ich kenne den Notkaiserschnitt mit innerer Ruhe. Von außen würden viele sagen, die erste war die bessere Geburt. Innerlich war es genau andersrum. Das ist das Entscheidende. Mit Mentaltraining hast du ein Werkzeug an der Hand, die Situation so zu sehen, dass sie dich nicht belastet, sondern dass sie schön sein kann, egal was im Außen passiert.
Du weißt nicht, wie du mit Wehen umgehen sollst und Schmerzen aushaltbar machen kannst?
Hol dir mein Video für 0 € und bring mehr Sicherheit in deine Geburt.
Ein Kaiserschnitt ist nicht der einfachere Weg
Ich weiß heute aus eigener Erfahrung, wie sich ein Kaiserschnitt anfühlt. Bei meiner ersten Geburt habe ich gefleht: „Bitte, bitte, lass es ein Kaiserschnitt sein.“ Heute kann ich sagen: Ein Kaiserschnitt ist nicht der einfachere Weg. Die Heilung dauert länger, die ersten Wochen sind körperlich anspruchsvoller, dein Baby kommt um wichtige Prozesse der natürlichen Geburt herum.
Es gibt Frauen, die sich bewusst für einen Kaiserschnitt entscheiden, obwohl es körperlich nicht notwendig wäre. Meist aus Angst. Angst vor den Wehen, Angst vor diesem Gefühl, ausgeliefert zu sein. Angst, nicht zu wissen, wie sie diesen Schmerz beenden können. Oder die Vorstellung, der Kaiserschnitt sei die sichere Option, weil er in der Hand der Ärzte liegt. Wenn dir das so geht, probier es aus mit Mentaltraining. Es kann dir helfen, die Ängste abzubauen und dich frei auf deine Geburt zu freuen.
Was im Geburtsprozess für dein Baby passiert
Im Geburtsprozess passieren wichtige Dinge für dein Baby. Es werden Reflexe ausgelöst, die später integriert werden. Kinder kommen mit vielen Reflexen zur Welt und brauchen den Geburtsprozess, um sie zu aktivieren. Das heißt nicht, dass bei Kaiserschnitt-Babys etwas verloren ist. Ich habe selbst ein Kaiserschnitt-Baby. Es gibt Reflexintegrationstherapien, wenn Reflexe nicht von selbst integrieren. Aber die natürliche Geburt ist die erste Herausforderung, die ihr gemeinsam meistert. Es lohnt sich, ihr eine Chance zu geben, wenn medizinisch nichts dagegen spricht.
Fazit: Du hast die Power, deine Geburt zu beeinflussen
Mein größter Fehler bei der ersten Geburt war die Annahme, dass es schon irgendwie laufen wird. Mein wichtigstes Learning für die zweite Geburt war: Niemand kann das Baby aus mir rausholen, außer ich selbst. Mentaltraining hat mir die Werkzeuge dafür gegeben. Sie haben aus einer beängstigenden Situation eine Erfahrung gemacht, an die ich mich heute mit Freude erinnere, auch wenn sie ein Notkaiserschnitt wurde.
Das wichtigste aus dieser Folge:
- Vertrauen in die Natur reicht nicht. Du brauchst konkrete Werkzeuge für den Moment, in dem die Wehen kommen.
- Schmerz entsteht im Gehirn. Du kannst beeinflussen, wie stark du ihn wahrnimmst, mit Atmung, Hypnose und Imagination.
- Selbstbestimmung ist wichtiger als Schmerzfreiheit. Du darfst Verantwortung übernehmen, auch wenn du sie teilst.
- Auch ein Notkaiserschnitt kann eine schöne Geburt sein, wenn du innerlich vorbereitet bist.
- Schau dir deine Ängste an. Schieb sie nicht weg. Sie wollen dich beschützen und sind dein wichtigster Wegweiser.
Geburten sind bunt. Du hast die Power, deine Geburt positiv zu beeinflussen. Mit Wissen, mit Strategien für Atmung und Schmerz, mit einem Mindset, das dich trägt, auch wenn etwas anders läuft als geplant. Du darfst dich auf deine Geburt freuen. Wirklich freuen.
FAQ zu meinen Fehlern bei der Geburt
Was war konkret mein größter Fehler bei der ersten Geburt?
Ich habe die Verantwortung komplett abgegeben. Meine innere Haltung war: „Die Hebamme wird das schon richten.“ Mir fehlten konkrete Werkzeuge für die Wehen. Ich hatte kein Wissen darüber, wie Schmerz entsteht und wie ich ihn beeinflussen kann. Vertrauen in die Natur war nicht genug.
Kann mentale Geburtsvorbereitung auch helfen, wenn ich erst spät davon erfahre?
Ja. Selbst ein paar Wochen reichen, um die wichtigsten Werkzeuge zu lernen und zu üben. Atmung, Imagination und ein paar Hypnose-Audios kannst du in zwei bis drei Wochen integrieren. Optimal sind drei Monate vor der Geburt, aber auch kurzfristig macht es einen Unterschied.
Hatte mein Notkaiserschnitt etwas mit fehlender Vorbereitung zu tun?
Nein. Mein Notkaiserschnitt war medizinisch notwendig. Die Vorbereitung hat aber dafür gesorgt, dass ich diese Situation als positiv erlebt habe, nicht als Trauma. Genau das ist der Punkt: Mentaltraining bewahrt dich nicht vor Abweichungen vom Plan. Es bewahrt dich davor, daran zu zerbrechen.
Wie unterscheide ich „positives Mindset“ von „Ängste verdrängen“?
Ein positives Mindset entsteht erst, wenn du dir die Ängste angeschaut hast. Wenn du sie verdrängst, sind sie trotzdem da und melden sich unter der Geburt. Frag dich: Wovor genau habe ich Angst? Was würde im Worst Case passieren? Welche Werkzeuge habe ich dann? Wenn du das beantworten kannst, ist die Angst entkräftet.
Was sage ich Freundinnen, die einen Wunschkaiserschnitt erwägen, weil sie Angst vor den Wehen haben?
Lade sie ein, sich mit mentaler Geburtsvorbereitung zu beschäftigen, bevor sie sich entscheiden. Vielleicht stellt sie fest, dass die Angst nicht vor der Geburt an sich besteht, sondern vor dem Gefühl, ausgeliefert zu sein. Genau das löst Mentaltraining. Ein Kaiserschnitt ist medizinisch eine starke Option, aber er ist nicht der einfachere Weg, weder körperlich noch emotional.



