Schwangerschaftsübelkeit: Was hilft wirklich? 4 echte Tipps
Was du in diesem Artikel lernst
Ingwerplätzchen backen, regelmäßig etwas essen, vielleicht Vitamin B12. Wenn dir all das schon empfohlen wurde und nichts wirklich geholfen hat, dann geht es dir wie mir in meiner zweiten Schwangerschaft. Ich hatte bis zur 20. Woche mit der Übelkeit zu kämpfen und die üblichen Tipps brachten mir nichts.
Bei der Recherche zu meinem Kurs Zuckerarm zur schmerzarmen Geburt bin ich dann auf Zusammenhänge gestoßen, die viel tiefer gehen. In dieser Folge teile ich vier Tipps mit dir, die schon vielen meiner Kursteilnehmerinnen geholfen haben.
- Warum ein schwankender Blutzuckerspiegel Übelkeit auslösen kann
- Wie du mit Ballaststoffen den Blutzucker in der Mitte hältst
- Welche Rolle Histamin in der Schwangerschaft spielt
- Warum Medikamente oft nur das Symptom unterdrücken
- Wie ätherische Öle gegen die Übelkeit wirken können
Inhalt
Warum dir die üblichen Tipps oft nicht helfen
Tipp 1: Blutzuckerspiegel stabil in der Mitte halten
Warum dir die üblichen Tipps oft nicht helfen
Als ich das erste Mal schwanger war, hielt sich die Übelkeit noch in Grenzen. Aber bei der zweiten Schwangerschaft hatte ich wirklich damit zu kämpfen, musste mich oft übergeben, und es war alles andere als angenehm.
Mir halfen die Tipps meiner Hebamme leider überhaupt nicht. Ingwerplätzchen backen, regelmäßig etwas essen. Ich habe sogar überlegt, die Tabletten zu nehmen, die meine Frauenärztin mir verschrieben hatte, habe zwischendurch Vitamin B12 genommen. Aber nichts brachte wirklich etwas, bis zur 20. Woche.
Es gibt verschiedene Theorien, woran die Schwangerschaftsübelkeit liegt, und natürlich ist jeder Mensch anders. Aber vielleicht hilft genau dir das, was ich bei meiner Recherche herausgefunden habe.
Tipp 1: Blutzuckerspiegel stabil in der Mitte halten
Die Schwangerschaftsübelkeit könnte zum einen daran liegen, dass unser Blutzuckerspiegel stark schwankt. Schließlich sind wir mit etwas ganz Besonderem beschäftigt, wir bauen ein Baby. Deshalb hörst du oft den Tipp, stündlich eine Kleinigkeit zu essen, um den Blutzucker stabil zu halten.
Nur geht dieser Tipp nicht in die Tiefe. Viel sinnvoller ist es, dass der Blutzucker stabil in einem Mittelmaß bleibt. Keine starken Ausschläge nach oben oder unten, aber auch nicht dauerhaft zu hoch, sonst kannst du zu Schwangerschaftsdiabetes neigen. Er sollte sich nach Möglichkeit in der Mitte einpendeln.
Ein konkreter Trick: Iss vor jeder Mahlzeit erst Gemüse. Ich esse zum Beispiel total gern eine Paprika oder eine Möhre, bevor ich etwas anderes esse. Da sind viele Ballaststoffe drin. Die Ballaststoffe bilden wie ein Netz in deinem Darm und sorgen dafür, dass alles, was du danach isst, also auch Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln und Kartoffeln, langsamer ins Blut gelangt.
So steigt dein Blutzuckerspiegel nicht gleich krass an, sondern erreicht eine gewisse Höhe und bleibt länger stabil. Das ist auch außerhalb der Schwangerschaft besser für deine Gesundheit, du fühlst dich fitter, und es kann dazu beitragen, dass dir weniger übel ist.

Tipp 2: Auf Histamin achten
Der zweite Punkt ist Histamin. Vielleicht kennst du Histaminunverträglichkeiten, dann weißt du schon, dass Histamin in der Nahrung steckt. In der Schwangerschaft produziert dein Körper aber selbst mehr Histamin, weil Histamin für das Zellwachstum verantwortlich ist. Und in der Schwangerschaft müssen aus zwei Zellen ganz viele Zellen werden, dein Baby entsteht. Dafür brauchst du Histamin, und dein Körper bildet es. Das ist super.
Das Problem: Wir sind diesen hohen Histaminpegel nicht gewohnt, und generell ist zu viel Histamin giftig. Das, was du in der Schwangerschaft bildest, ist natürlich nicht giftig. Aber dein Gehirn kann das eventuell nicht richtig einordnen und schlägt Alarm, als gäbe es eine Vergiftung. Dann wird dir schlecht.
Du kannst nicht dafür sorgen, dass der schwangerschaftsbedingte Histaminpegel runtergeht. Aber du kannst dafür sorgen, dass du über die Nahrung nicht noch mehr Histamin aufnimmst. Ernähr dich möglichst frisch, mit weniger Fertigprodukten, und schau, welche Lebensmittel wenig Histamin enthalten. Zusammen mit dem Ballaststoff-Tipp kann dir das schon sehr helfen.
Tipp 3: Lerne, mit dem Brechreiz umzugehen
Dieser Tipp ist etwas komplizierter, aber wichtig. Wenn du ein Medikament gegen die Schwangerschaftsübelkeit bekommst, entsteht oft ein Problem. Viele Frauen, die so ein Medikament am Anfang der Schwangerschaft nehmen, müssen es die ganze Schwangerschaft über nehmen. Der Grund: Der Histaminpegel steigt, und dein Gehirn muss sich daran gewöhnen, dass jetzt mehr Histamin im Körper ist und alles okay ist.
Ein Medikament unterdrückt nicht das Histamin, denn das brauchen wir, damit das Baby wachsen kann. Es unterdrückt nur den Reiz. Genau wie beim Schmerz ist ein Reiz zunächst neutral. Wenn du dir den Finger klemmst, ist das erst ein neutraler Reiz, und im Gehirn wird bewertet, ob daraus Schmerz wird oder nicht. Beim Brechreiz ist es genauso.
Wenn du aktiv in diese Bewertung deines Gehirns mit hineingehst und verstehst, woher der Reiz kommt, kannst du lernen, mit dem Brechreiz umzugehen. Ihn anzunehmen, ihn da sein zu lassen. Dann wird es oft schon viel besser, zusammen mit den anderen Punkten. Dein Gehirn gewöhnt sich daran, dass der Histaminpegel da ist und nicht gefährlich.
Wenn du ein Medikament nimmst, unterbricht es genau diese Reizweiterleitung. Das Histamin ist weiterhin da, das Gehirn schlägt weiterhin Alarm, aber das Medikament wirkt wie eine Schranke. Alles wirkt augenscheinlich okay, obwohl es das nicht ist. Deshalb braucht man das Medikament immer wieder, weil der Körper nie lernt, dass mehr Histamin in Ordnung ist. Übrigens hilft dir der Umgang mit Reizen später auch bei der Geburt.

Tipp 4: Ätherische Öle nutzen
Mein vierter Tipp sind ätherische Öle. Ich liebe sie. Ich bin selbst erst in meiner zweiten Schwangerschaft darauf gestoßen, so richtig ehrlich gesagt sogar erst danach. Heute nutze ich sie mit meinen Kindern total oft, und sie lieben sie auch.
Ätherische Öle sind tolle Helfer, um dich zu entspannen, was in der Schwangerschaft immer guttut. Und sie können gegen die Übelkeit wirken. Zum Beispiel Pfefferminzöl oder Magenmischungen wie ZenGest von doTERRA.
Ätherische Öle werden durch das Riechen sehr schnell ans Gehirn weitergeleitet und aufgenommen, und so können sie den Brechreiz ein bisschen umlenken. Wie genau das funktioniert, kann ich dir als Nicht-Gehirnspezialistin nur anreißen. Aber sie sind wirklich super.
Du weißt nicht, wie du mit Wehen umgehen sollst und Schmerzen aushaltbar machen kannst?
Hol dir mein Video für 0 € und bring mehr Sicherheit in deine Geburt.
Fazit: Was bei Schwangerschaftsübelkeit wirklich hilft
Wenn dir die üblichen Tipps nicht helfen, liegt das oft daran, dass sie nur an der Oberfläche kratzen. Die Schwangerschaftsübelkeit hat tiefere Ursachen, und genau dort kannst du ansetzen.
Meine vier Tipps auf einen Blick:
- Halte deinen Blutzuckerspiegel stabil in der Mitte, indem du vor jeder Mahlzeit Gemüse isst
- Achte auf Histamin und ernähr dich möglichst frisch mit wenigen Fertigprodukten
- Lerne, mit dem Brechreiz umzugehen, statt ihn nur zu unterdrücken
- Nutze ätherische Öle wie Pfefferminz oder eine Magenmischung
Du beeinflusst deine Schwangerschaft und deine Geburt positiv. Du und dein Baby, ihr erlebt eure Geburtsreise zusammen. Geburt ist Teamwork, und wenn du Unterstützung brauchst, bin ich gern für dich da.
FAQ: Schwangerschaftsübelkeit
Was hilft schnell gegen Schwangerschaftsübelkeit?
Ein schneller Trick ist, vor jeder Mahlzeit erst Gemüse mit vielen Ballaststoffen zu essen, zum Beispiel eine Paprika oder Möhre. Das hält deinen Blutzucker stabil. Ätherische Öle wie Pfefferminz können über den Geruch ebenfalls schnell wirken.
Warum hilft mir ständiges Essen nicht gegen die Übelkeit?
Der Tipp, stündlich etwas zu essen, geht nicht in die Tiefe. Wichtig ist, dass dein Blutzucker stabil in der Mitte bleibt, ohne große Ausschläge nach oben oder unten. Sonst riskierst du sogar, zu Schwangerschaftsdiabetes zu neigen.
Sollte ich ein Medikament gegen Schwangerschaftsübelkeit nehmen?
Ein Medikament unterdrückt nur den Reiz, nicht die Ursache. Deshalb müssen viele Frauen es die ganze Schwangerschaft über nehmen. Bevor du dich dafür entscheidest, lohnt es sich, an Ernährung, Histamin und dem Umgang mit dem Brechreiz zu arbeiten. Sprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Sind ätherische Öle in der Schwangerschaft sicher?
Ätherische Öle wie Pfefferminz oder eine Magenmischung können in der Schwangerschaft tolle Helfer gegen Übelkeit sein. Achte auf hochwertige Öle und lass dich im Zweifel beraten, gerade in der frühen Schwangerschaft.
Wie lange dauert Schwangerschaftsübelkeit normalerweise?
Das ist sehr unterschiedlich. Bei mir hörte sie in der zweiten Schwangerschaft zum Glück ab der 20. Woche auf. Mit den richtigen Tipps zu Blutzucker, Histamin und dem Umgang mit dem Brechreiz kannst du sie aber oft schon vorher deutlich lindern.



