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Selbstbestimmte Geburt: Du bist die Königin deiner Schwangerschaft und Geburt

Was du in diesem Artikel lernst

Du machst dir Gedanken, ob du vielleicht Umstände bereitest, wenn du zu früh ins Geburtshaus fährst oder die Hebamme zu früh rufst. Du willst nicht auffallen, willst lieb sein, willst nicht stören. Genau in diesen Sätzen erkennst du dich wieder? Dann ist diese Folge für dich.

Meine Doula hat zu mir gesagt: „Sarah, du bist die Königin deiner Geburt.“ Diesen Satz habe ich nie wieder vergessen. In diesem Artikel zeige ich dir, was eine selbstbestimmte Geburt bedeutet, wie du dich vor übergriffigen Untersuchungen schützt und warum dein Bauchgefühl bei jeder Vorsorge wichtiger ist als die Meinung des Arztes.

  • Warum du keine „Umstände bereitest“, wenn du sagst was du brauchst
  • Was eine Eipollösung ist und warum sie dir nie ohne Aufklärung passieren darf
  • Welche Vorsorgeuntersuchungen du ablehnen darfst
  • Wer wirklich über deinen Geburtsort entscheidet (Spoiler: du)
  • Wie du unter der Geburt auf deinen Körper hörst

Inhalt

Du bist die Königin deiner Geburt

Wenn übergriffige Untersuchungen passieren: das Beispiel Eipollösung

Welche Vorsorgen du wirklich machen musst

Geburtsort: Wer entscheidet wirklich?

Unter der Geburt auf dich hören

Fazit

FAQ

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Du bist die Königin deiner Geburt

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Du bist die Königin deiner Geburt

Meine Doula saß an unserem Esstisch, hatte ihre Kerze aufgestellt, gleich wollten wir in die Meditation übergehen. Ich hatte mir wieder den Kopf zerbrochen, wie alles sein wird, wem ich vielleicht Umstände bereite, was ich eigentlich nicht möchte, aber doch tue, damit ich gefalle. Sie schaute mich an und sagte: „Sarah, vergiss das mal alles, denn du bist die Königin deiner Geburt.“

Diesen Satz habe ich nie wieder vergessen. Bei meinen eigenen Geburten nicht und auch nicht in der Begleitung von Schwangeren. Was ist, wenn ich zu früh die Hebamme rufe? Was ist, wenn ich Hunger bekomme und jemand mir etwas holen muss? Ich möchte doch niemandem Umstände machen. Vielleicht kennst du diese Gedanken auch.

Ich sage dir: Du darfst Umstände machen. Du darfst dir nehmen was du brauchst. In der Schwangerschaft und unter der Geburt. Es ist deine Geburt, dein Körper, dein Baby. Niemand sonst hat das Recht, dir zu sagen, wie du dich zu verhalten hast.

Wenn übergriffige Untersuchungen passieren: das Beispiel Eipollösung

Heute habe ich eine Nachricht bekommen, die mich geschockt hat. Eine Schwangere war am Errechneten Termin zur Vorsorge bei ihrer Frauenärztin. Routine, dachte sie. Es wurde ihr Muttermund getastet, was sie ok fand. Plötzlich tat es weh. Sie fragte, was los sei. Die Ärztin sagte beiläufig: „Ach, ich habe gerade eine Eipollösung gemacht. Kann jetzt losgehen.“

Eine Eipollösung ist eine mechanische Einleitung. Die Eihaut, also die äußerste Schicht der Fruchtblase, wird per Hand vom Muttermund getrennt, um die Wehen anzuregen. Das ist eine bewusste Einleitung. Und sie wurde ohne Aufklärung, ohne Zustimmung gemacht.

So etwas geht nicht. Egal ob du am Errechneten Termin bist, egal welche Wahrscheinlichkeit für eine Geburt besteht. Eine Eipollösung darf NIE ohne dein ausdrückliches Einverständnis passieren. Wenn du das willst, weil du sagst: „Mir reicht’s, ich möchte dass es jetzt losgeht“, dann ist es deine Entscheidung. Aber nicht über deinen Kopf hinweg.

Deshalb gilt: Frag vor jeder Untersuchung, was genau gemacht wird. Frag, was die Konsequenzen sind. Du darfst Stopp sagen. Auch mitten in einer Untersuchung.

Schwangere Frau im Beratungsgespräch mit Hebamme, selbstbestimmte Geburtsvorsorge

Welche Vorsorgen du wirklich machen musst

Grundsätzlich kannst du alles ablehnen. Die meisten Vorsorgen sind Angebote, keine Pflicht. Meine Geburtshaushebamme hat mir die drei großen Ultraschalls empfohlen, ungefähr in der 12., 20. und 30. Schwangerschaftswoche. Damit ist sie ruhig, falls etwas wie ein offener Rücken da wäre. Alles andere habe ich nicht gemacht.

Hier ein paar Untersuchungen, die du dir wirklich überlegen darfst:

  • Tasten des Muttermunds: Ich habe das nie machen lassen. Es gibt keine Studie, die sagt, dass es viel bringt. Stattdessen entsteht oft Stress, weil der Muttermund schon ein bisschen geöffnet ist und die Frau dann Bettruhe braucht oder sogar im Krankenhaus liegt.
  • Zuckertest: Auch abgelehnt. Zum einen wollte ich meinem Körper nicht so viel ungesunde Glukose zuführen. Zum anderen wird ganz vielen Frauen eine Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert, die keine ist. Wenn du unsicher bist, hol dir für 12 € ein Messgerät auf Amazon und mach ein Tagesprofil.
  • Fruchtwasseruntersuchung: Diese Untersuchung sagt nie zu 100 Prozent, ob etwas ist. Es sind Wahrscheinlichkeiten. Eine meiner Kundinnen hat sich die ganze Schwangerschaft gestresst, weil ihr gesagt wurde, sie bekommt ein schwerstbehindertes Kind. Bei der Geburt war ihr Baby kerngesund.

Das heißt nicht, dass du nichts machen sollst. Es heißt: Du entscheidest. Wenn dir mehr Ultraschalls Sicherheit geben, dann mach sie. Wenn dir weniger Untersuchungen mehr Ruhe geben, dann lass sie weg.

Geburtsort: Wer entscheidet wirklich?

Ich höre oft von Schwangeren: Eigentlich möchte ich zu Hause oder im Geburtshaus entbinden, aber mein Partner sagt, das ist ihm zu unsicher. Im Krankenhaus fühle ich mich nicht wohl, aber er will das so.

Schöner Ansatz: Sprecht miteinander. Es ist euer Baby, das ist ein Teamprozess. Aber: Du bist diejenige, die das Baby zur Welt bringt. Und du musst dich unter der Geburt wohlfühlen, nicht dein Partner. Wenn du im Krankenhaus nicht entspannen kannst, wird die Geburt schwerer. Wenn du zu Hause am ruhigsten bist, dann darfst du zu Hause gebären.

Dein Partner kann sich informieren, warum Hausgeburten und Geburtshausgeburten genauso sicher sind wie Klinikgeburten. Aber die letzte Entscheidung liegt bei dir. Lass dich nicht belabern. Hör auf dein Gefühl.

Schwangere Frau in tiefem Selbstvertrauen, Symbol für die selbstbestimmte Geburt

Unter der Geburt auf dich hören

Auch unter der Geburt darfst du Königin sein. Lass dir nicht erzählen, wie du dich bewegen sollst, welche Position du einnehmen sollst, wann du pressen musst. Hör auf deinen Körper. Nimm den Schmerz als Helfer wahr, der dir sagt, wie du dich bewegen sollst.

Konkrete Beispiele aus meinen eigenen Geburten:

  • Essen unter der Geburt: Mir wurde das verboten. Quatsch. Die Geburt ist ein Marathon, du brauchst Energie. Wenn du Hunger hast, iss. Wenn nicht, lass es.
  • Pressen: Höre auf dein Baby. Press, wenn du spürst, dass dein Baby bereit ist. Lara hat das in Folge 25 wunderbar erzählt, hör da gerne rein.
  • Wann anrufen: Du musst nicht warten, bis es „definitiv losgeht“. Wenn du das Gefühl hast, jetzt brauche ich Begleitung, ruf an. Auch wenn es 23 Uhr ist. Auch wenn du dir unsicher bist.

Im Krankenhaus gilt: Wenn etwas „zu lange“ dauert, beginnt manchmal eine Kaskade aus Interventionen. Wehentropf, Wehengel, Saugglocke, Notkaiserschnitt. Krankenhäuser sind Wirtschaftsunternehmen. Wenn du oder dein Partner Bescheid wisst, könnt ihr Stopp sagen, ein Veto einlegen und deinen Körper machen lassen.

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Fazit: Verhalte dich wie eine Königin

Du bist die Königin deiner Schwangerschaft und deiner Geburt. Du entscheidest, welche Vorsorgen du machst, welche Untersuchungen du ablehnst, wo du gebärst und wie. Niemand hat das Recht, das über deinen Kopf hinweg zu entscheiden.

Die wichtigsten Punkte:

  • Du machst keine „Umstände“, wenn du sagst was du brauchst
  • Eine Eipollösung oder andere Einleitung darf nie ohne dein Einverständnis passieren
  • Du darfst grundsätzlich jede Vorsorgeuntersuchung ablehnen
  • Über deinen Geburtsort entscheidest am Ende du, nicht dein Partner
  • Unter der Geburt: Hör auf deinen Körper, iss wenn du Hunger hast, ruf an wenn du anrufen willst

Es kann sein, dass du manchmal anecken musst. Das ist okay. Übe das schon in der Schwangerschaft, denn nach der Geburt wissen alle besser, was für euch gut ist. Wenn du jetzt lernst, für dich und dein Baby einzustehen, wird es dir später viel leichter fallen.

FAQ zur selbstbestimmten Geburt

Was tue ich, wenn meine Ärztin Druck macht?

Sag freundlich aber klar: „Ich möchte das nicht machen lassen.“ Du musst keinen Grund angeben. Du darfst die Untersuchung verschieben oder ganz ablehnen. Wenn du in Ruhe entscheiden willst, sag: „Ich brauche noch Zeit, das mit meinem Partner zu besprechen.“

Welche Untersuchungen sind in Deutschland Pflicht?

Keine einzige. Alle Vorsorgen in der Schwangerschaft sind Angebote. Du entscheidest, welche du annimmst. Auch unter der Geburt darfst du jede Intervention ablehnen, sogar im Krankenhaus.

Wie erkenne ich, ob mich jemand übergriffig behandelt?

Wenn etwas gemacht wird, ohne dass du vorher aufgeklärt wurdest und zugestimmt hast. Wenn du Druck spürst, etwas zu machen, das sich für dich falsch anfühlt. Wenn dein Nein nicht akzeptiert wird. Wenn dir Sorgen statt Vertrauen vermittelt werden.

Mein Partner ist gegen Hausgeburt. Was tun?

Geht ins Gespräch. Lass ihn sich über Sicherheit von Hausgeburten informieren. Aber: Die letzte Entscheidung liegt bei dir. Du musst dich unter der Geburt wohlfühlen. Wenn er einfach nicht überzeugt werden kann, darfst du trotzdem für dich entscheiden.

Was, wenn ich mich nicht traue, Stopp zu sagen?

Hol dir Verstärkung. Eine Doula spricht für dich, wenn du gerade nicht kannst. Sprich vorher mit deinem Partner ab, welche Worte er für dich sagen soll. Lerne kurze klare Sätze auswendig: „Ich brauche eine Pause.“ „Ich möchte das nicht.“ „Bitte erklären Sie mir das erst.“

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