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Stillen klappt nicht? So gelingt der Stillstart wirklich

Was du in diesem Artikel lernst

Du wuenschst dir, dein Baby voll zu stillen, hast aber Angst, dass es nicht klappt? Du kennst jemanden, der zu wenig Milch hatte, und fragst dich, ob es dir genauso geht? Du moechtest dich gut vorbereiten, damit dein Stillstart gelingt?

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus meinem Stillvorbereitungskurs. Ich zeige dir, warum nur etwa zwei Prozent der Frauen wirklich zu wenig Milch haben, welche Glaubenssaetze das Stillen sabotieren und worauf es beim Anlegen und beim Stillstart wirklich ankommt.

  • Warum in Deutschland so viel weniger gestillt wird
  • Warum Stillen eine erlernte Handlung und kein Instinkt ist
  • Warum nur 2 Prozent der Frauen wirklich zu wenig Milch haben
  • Wie du richtig anlegst und den Stillstart meisterst
  • Warum Schnuller und Stillhuetchen das Stillen erschweren

Inhalt

Zahlen, die zu denken geben

Stillen ist eine erlernte Handlung

Der wahre Grund, warum Stillen oft nicht klappt

So gelingt der Stillstart

Glaubenssaetze loslassen und vertrauen

Fazit

FAQ

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So klappt’s mit dem Stillen

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Zahlen, die zu denken geben

Die meisten Frauen wuenschen sich, ihr Baby voll zu stillen. Und ich habe ein paar spannende Zahlen mitgebracht. In der Schweiz stillen 95 Prozent der Frauen nach der Geburt, in Deutschland nur 68 Prozent. Nach zwei Monaten sind es in der Schweiz noch 71 Prozent, in Deutschland nur noch 57. Und nach vier Monaten stillen in der Schweiz immerhin noch 62 Prozent voll, in Deutschland nur noch 40.

Da habe ich mich gefragt: Stillen deutsche Frauen wirklich schlechter? Wie kann es sein, dass in Naturvoelkern nahezu 100 Prozent voll stillen und genug Milch haben? Warum ist Stillen bei uns so stoeranfaellig?

Die Antwort liegt nicht in der Lust der Frauen. Die meisten wuenschen sich nichts mehr, als voll zu stillen. Es liegt an den Glaubenssaetzen, die in unseren Koepfen verankert sind, allein schon durch die Werbung.

Stillen ist eine erlernte Handlung

In Literatur, Werbung, Fernsehen und sogar bei Kinderspielzeug werden Babys meistens mit Schnuller und Flasche dargestellt. Dadurch entsteht das Bild, Stillen sei sehr stoeranfaellig, und fast jeder kennt jemanden, der angeblich zu wenig Milch hatte. Vor meinen eigenen Kindern fand ich es voellig normal, dass Babys mit einer Flasche ins Bett gelegt werden. Ich habe das nie hinterfragt.

Dass Stillen erlernbar ist, zeigt die Geschichte einer Affenmutter, die im Zoo aufgewachsen ist und nie eine andere Affenmutter hat stillen sehen. Als sie ihr erstes Baby bekam, konnte sie es nicht anlegen und es verstarb. Als sie das naechste Mal traechtig war, stellte ein Tierpfleger stillende Muetter vor das Gehege. Die Affenmutter schaute zu, und als ihr Baby geboren wurde, wusste sie, wie sie anlegt.

Das zeigt: Selbst bei Tieren ist Stillen kein Instinkt, sondern eine erlernte Handlung, die durch Beobachtung funktioniert. Bei uns fehlen heute die Vorbilder, die wir frueher in unseren Doerfern hatten. Genau deshalb ist eine gute Vorbereitung so wertvoll.

Gemuetliche Still-Ecke mit Sessel, Stillkissen und Decke, Sinnbild fuer einen guten Stillstart

Der wahre Grund, warum Stillen oft nicht klappt

Tatsaechlich zu wenig Milch haben nur etwa zwei Prozent der Frauen. Das heisst, sie sind koerperlich wirklich nicht in der Lage, genug Milch zu produzieren. Trotzdem stillen in Deutschland deutlich weniger Frauen. Der Grund ist nicht fehlende Lust, sondern es sind die Glaubenssaetze und ein paar konkrete Stolpersteine:

  • Falsches Anlegen: Eines der groessten Probleme. Wenn die Stillposition nicht passt und nicht korrekt angelegt wird, ist das Stillen nicht effektiv, es kommt weniger Milch und es tut weh.
  • Vorschnelles Stillhuetchen: Tut das Anlegen weh, kommt oft sofort ein Stillhuetchen. Dadurch trinkt das Baby weniger effektiv, es wird weniger Milch angeregt, und es kann eine Saugverwirrung entstehen.
  • Zufuettern mit Premilch: Wird zu frueh zugefuettert, geht das Baby weniger an die Brust, die Milchbildung wird weniger angeregt, und ein Teufelskreis beginnt.

Stillen ist das absolute Superfood fuer Babys. Wer behauptet, Premilch sei vergleichbar mit Muttermilch, sagt schlicht die Unwahrheit. Premilch ist eine super Loesung, wenn es wirklich keine andere Option gibt, aber sie ersetzt nicht die unzaehligen Bestandteile der Muttermilch.

So gelingt der Stillstart

Fuer den Start empfehle ich auf jeden Fall den Breast Crawl. Ganz wichtig ist, dass dein Baby nicht nur die Brustwarze in den Mund nimmt, sondern wirklich den ganzen Vorhof. Der Trick: Halte die Nasenspitze deines Babys Richtung Brustwarze, damit es den Mund ganz weit oeffnet und einen richtigen Burgermund macht.

Genauso wichtig ist, dein Baby fruehzeitig anzulegen, also bevor es richtig aufgeregt ist und laut weint. Achte auf fruehe Hungeranzeichen. Wenn dein Baby noch ruhig ist, koennt ihr das Anlegen ueben, und genau diese Uebung braucht es am Anfang. Wenn dein Baby dagegen schon total weint und das Stillen noch nicht etabliert ist, wird es richtig schwierig.

Zur Physiologie: Du brauchst Prolaktin, damit die Milch ueberhaupt gebildet wird, und Oxytocin, das Kuschelhormon, damit die Milch ausgeschuettet werden kann. Und keine Sorge wegen einer kleinen Brust. Die Groesse haengt vom Fettgewebe ab. Entscheidend ist das Druesengewebe, und das waechst erst in der Schwangerschaft, ganz unabhaengig von deiner Brustgroesse.

Selbstsichere Mama steht ruhig am Fenster, Sinnbild fuer Vertrauen ins eigene Stillen

Glaubenssaetze loslassen und vertrauen

Das Wichtigste, was ich dir mitgeben moechte: Behalte die Glaubenssaetze im Kopf, die von aussen kommen. Wenn es heisst, das Kind weint, weil es so grossen Hunger hat, du musst jetzt zufuettern, dann denk an die Magengroesse. Am Anfang ist der Magen so gross wie eine Kirsche, da passen 5 bis 7 Milliliter rein. Das ist nicht viel.

Wenn dein Baby nach der Geburt weint, ist das sehr wahrscheinlich nicht, weil es Hunger hat, sondern weil es ueberfordert ist, die Geburt anstrengend war, es durch all die neuen Reize gestresst ist oder aus Resonanz weint. Vielleicht muss es auch einfach mal. Lass dir nicht einreden, dass dein Baby vor Hunger weint.

Wenn es tatsaechlich sein muss, kannst du schon vorher Kolostrum sammeln und es mit einer Spritze ohne Nadel, einem Loeffel oder einem Becher geben. Eine kompetente Stillberatung kommt nicht sofort mit einem Stillhuetchen um die Ecke. Und das Thema Schnuller: Es gibt kein Saugbeduerfnis, Saugen ist ein Reflex. Der Schnuller ist Hauptgrund Nummer eins, warum Stillen nicht klappt. Vertraue dir, deinem Wissen und deinem Bauchgefuehl, dass du stillen kannst.

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Fazit: Du kannst stillen lernen

Wenn du das Gefuehl hast, Stillen klappt nicht, liegt das in den allermeisten Faellen nicht an zu wenig Milch. Nur etwa zwei Prozent der Frauen haben wirklich zu wenig. Bei allen anderen sind es Glaubenssaetze, falsches Anlegen oder vorschnelles Zufuettern, die den Stillstart erschweren.

Die wichtigsten Punkte:

  • Nur etwa 2 Prozent der Frauen haben wirklich zu wenig Milch
  • Stillen ist eine erlernte Handlung, kein Instinkt
  • Richtiges Anlegen mit dem ganzen Vorhof ist entscheidend
  • Schnuller und Stillhuetchen koennen das Stillen sabotieren
  • Dein Baby weint nach der Geburt selten aus Hunger

Du gibst dein Bestes. Mit guter Vorbereitung, etwas Uebung und Vertrauen in dich darfst du darauf bauen, dass dein Koerper genau das kann, wofuer er gemacht ist.

FAQ: Stillen klappt nicht

Habe ich zu wenig Milch, wenn das Stillen nicht klappt?

Sehr wahrscheinlich nicht. Nur etwa zwei Prozent der Frauen haben koerperlich wirklich zu wenig Milch. Bei allen anderen liegt es meist an falschem Anlegen, vorschnellem Zufuettern oder belastenden Glaubenssaetzen.

Kann ich mit kleiner Brust stillen?

Ja. Die Groesse der Brust haengt vom Fettgewebe ab. Entscheidend fuer das Stillen ist das Druesengewebe, und das waechst erst in der Schwangerschaft, ganz unabhaengig von deiner Brustgroesse.

Warum tut das Stillen weh?

Schmerzen entstehen meist durch falsches Anlegen. Dein Baby sollte nicht nur die Brustwarze, sondern den ganzen Vorhof in den Mund nehmen. Eine kompetente Stillberatung hilft dir, das Anlegen zu korrigieren, statt sofort ein Stillhuetchen zu geben.

Sollte ich zufuettern, wenn mein Baby nach der Geburt weint?

In der Regel nicht. Der Babymagen ist anfangs nur so gross wie eine Kirsche, das Kolostrum reicht aus. Dein Baby weint nach der Geburt meist nicht aus Hunger, sondern weil es gestresst oder ueberfordert ist. Vorschnelles Zufuettern kann einen Teufelskreis ausloesen.

Warum erschwert ein Schnuller das Stillen?

Es gibt kein Saugbeduerfnis, Saugen ist ein Reflex. Ein Schnuller kann eine Saugverwirrung ausloesen und dazu fuehren, dass dein Baby weniger an der Brust trinkt und die Milchbildung sinkt. Er gilt als Hauptgrund Nummer eins, warum Stillen nicht klappt.

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