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Stillstart: 5 Tipps, damit Stillen von Anfang an wirklich klappt

Was du in diesem Artikel lernst

Ich habe mir von Anfang an gewünscht, mein Baby zu stillen. Und gleichzeitig war da diese Unsicherheit, die ich von so vielen anderen Mamas auch kenne. In unserer Gesellschaft hört man dauernd, dass es bei jemand nicht geklappt hat. Dass die Milch zu wenig war. Dass die Brust nicht gepasst hat. Dass das Baby das nicht wollte. Und unsere Wahrnehmung verzerrt sich.

Fakt ist: Nur etwa zwei bis fünf Prozent der Frauen können tatsächlich nicht stillen, weil sie körperlich nicht genug Milch produzieren. Der Rest, also 95 bis 98 Prozent, könnte stillen. Trotzdem stillt in Deutschland nach zwei Monaten nur noch etwa die Hälfte der Mütter. Der Grund liegt fast immer nicht im Körper, sondern in fehlender oder falscher Unterstützung. Stillen ist kein Instinkt, es ist eine erlernte Handlung. Genau deshalb braucht der Stillstart Vorbereitung.

  • Warum Stillen kein Instinkt, sondern erlernte Handlung ist
  • Was die Affenmama Gut uns über das Stillenlernen lehrt
  • Warum die richtige Anlegetechnik der wichtigste Hebel ist
  • Warum Stillen nicht weh tun darf, auch nicht am Anfang
  • Wie du dich auf Schnuller-Schnellschüsse und gut gemeinte Ratschläge vorbereitest

Inhalt

Stillen ist kein Instinkt, sondern eine erlernte Handlung

Die Affenmama Gut und warum Beobachten allein nicht reicht

Warum so viele Mamas nach kurzer Zeit aufhören

Die Anlegetechnik, der wichtigste Hebel für den Stillstart

Stillen tut nicht weh, wirklich nicht

Mach dich stark fuer die Ratgeber-Flut

Fazit

FAQ

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Tipps für den Stillstart

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Stillen ist kein Instinkt, sondern eine erlernte Handlung

Da gibt es ja zwei Lager. Das eine sagt, Stillen ist doch was ganz Natürliches, das wird schon klappen. Das andere sagt, der Druck ist eh zu groß, ich probiere es gar nicht erst richtig oder bereite mich mental darauf vor, dass es nicht klappt. Beide Lager haben einen Teil der Wahrheit, beide übersehen aber etwas Entscheidendes.

Stillen ist nicht automatisch da. Es ist auch nicht reine Glückssache. Es ist eine Handlung, die du und dein Baby gemeinsam lernt. Bei manchen Frauen klappt es einfach, ja. Aber das ist die Minderheit. Die meisten brauchen Unterstützung. Wir wachsen heute nicht mehr in einem Dorf auf, in dem jeden Tag Frauen vor uns gestillt haben. Wir haben nie zugeschaut, wie es geht. Wir lernen es theoretisch, oft aus Büchern, und dann liegt das Baby an der Brust und wir wissen nicht weiter.

Das ist nicht dein Versagen. Das ist eine Lücke, die unsere Gesellschaft hinterlässt. Und sie ist mit Vorbereitung schließbar.

Die Affenmama Gut und warum Beobachten allein nicht reicht

Eine Geschichte, die mich tief beeindruckt hat: Die Affenmama Gut wuchs im Zoo auf. Sie hatte nie eine andere Affenmama stillen sehen. Als ihr erstes Baby geboren wurde, wusste sie nicht, was sie tun sollte. Das Baby ist verstorben. Als sie das nächste Mal trächtig war, hatte ein Zoowärter eine Idee: Er setzte stillende Menschenmütter vor das Gehege. Gut hat tagelang zugeschaut. Als ihr zweites Affenbaby geboren war, hat sie sofort gestillt.

Stillen ist erlernt, auch bei Tieren, die wir für rein instinktgesteuert halten. Bei uns Menschen ist es genauso. Mit einem entscheidenden Unterschied: Wenn die Affenmama in den ersten Stunden nichts tut, kommt niemand mit Premilch um die Ecke. Niemand reicht ihr einen Schnuller. Niemand sagt ihr, dass sie zu wenig Milch hat. Sie schaut, sie probiert, sie kommt rein.

Bei uns ist genau das die Falle. Wir bekommen früh Hilfsangebote, die mit dem Stillen oft mehr Probleme schaffen, als sie lösen. Und das ist der Grund, warum so viele Mütter nicht stillen können, obwohl sie körperlich vollständig in der Lage wären.

Frau in entspannter Stillposition im Sessel als Symbol für gelungenen Stillstart

Warum so viele Mamas nach kurzer Zeit aufhoeren

Wenn 95 bis 98 Prozent der Mütter stillen könnten, aber nach zwei Monaten nur noch die Hälfte stillt, dann liegt das nicht daran, dass die anderen keinen Bock hätten. Es liegt fast immer an einem dieser Punkte: fehlende Unterstützung, falsche Beratung, früher Eingriff mit Schnuller oder Fläschchen.

In den ersten Tagen kommt noch kein Milcheinschuss, sondern Kolostrum. Diese gelblich-dickliche Flüssigkeit ist genau richtig für einen winzig kleinen Babymagen, der ungefähr so groß ist wie eine Kirsche. Wenn dein Baby in dieser Phase weint, dann nicht aus Hunger, sondern weil weinen seine Sprache ist. Aber die Reaktion vieler im Umfeld ist: Schnell ein Fläschchen Premilch dazu. Das stört das sensible Zusammenspiel zwischen Baby und Brust massiv. Es kann zu einer Saugverwirrung führen, weil dein Baby an der Brust ein anderes Saugen lernt als an einem Sauger.

Und dann beginnt eine Spirale: Baby nuckelt weniger an der Brust, weil Sauger einfacher sind. Brust bekommt weniger Stimulation, produziert weniger Milch. Baby trinkt noch mehr Premilch. Brust produziert noch weniger. Nach ein paar Wochen ist die Milch wirklich weg, und es heißt: Ich konnte nicht stillen. In Wahrheit war es nicht der Körper, der nicht konnte. Es war der falsche Eingriff zu früh.

Die Anlegetechnik, der wichtigste Hebel für den Stillstart

Wenn ich dir einen einzigen Tipp mitgeben darf, dann ist es: Lerne die richtige Anlegetechnik. Vorher. In der Schwangerschaft. Nicht erst dann, wenn das Baby da ist und du im Wochenbett überfordert bist.

Du führst den Babykopf zur Brust, nicht die Brust zum Baby. Die Brustwarze kommt tief in den Mund des Babys, nicht nur die Spitze, sondern der ganze Vorhof. Dein Baby hat dann sozusagen den ganzen Mund voll Brust. Das klingt dramatisch, ist aber das, was es braucht, damit die Milch effizient fließt und die Brustwarze geschont wird.

Lerne verschiedene Stillpositionen kennen. Hebammen-Hilfsmittel-Griff, Wiegehaltung, Rückenliegen, Stillen im Liegen, die Kindergartenposition. Was wann gut tut, hängt von dir und deinem Baby ab. Eine gute Stillberatung in der Schwangerschaft ist Gold wert. Wenn du im Krankenhaus oder im Wochenbett unsicher bist, dann frag aktiv, lass dir die Anlegetechnik zeigen, korrigieren, wieder zeigen. Du darfst lernen.

Vorbereitete Utensilien für den Stillstart wie Wasser, Tuch und Notizbuch

Stillen tut nicht weh, wirklich nicht

Das ist einer der hartnäckigsten Glaubenssätze: Am Anfang tut Stillen halt weh, da muss man durch. Du musst die Brüste vorbereiten, abhärten. Quatsch. Wenn alles richtig ist, also Anlegetechnik passt, Stillmanagement passt, dann tut Stillen nicht weh, auch nicht am Anfang. Ja, der Milcheinschuss kann ein bisschen ziehen. Ja, es kann sich anfangs ungewohnt anfühlen. Aber Schmerzen und wunde Brustwarzen sind keine Begleiterscheinung des Stillenlernens, sondern ein Warnsignal.

Wunde Brustwarzen sind der häufigste Grund, warum Frauen in die Stillberatung gehen. In den allermeisten Fällen ist die Ursache die Anlegetechnik. Manchmal ist es auch eine Blockade beim Baby oder ein verkürztes Zungenband. Aber meistens ist es die Technik. Das heißt: Wenn es weh tut, ist es nicht so, dass du tapfer durchhalten musst, sondern dass dort etwas zu korrigieren ist.

Bitte such dir dann jemanden, der dich richtig berät. Idealerweise eine IBCLC-zertifizierte Stillberaterin, eine Hebamme mit Stillfortbildung, oder eine erfahrene Doula. Wenn dir jemand bei wunden Brustwarzen sofort zum Stillhütchen, Schnuller oder Fläschchen rät, dann hast du leider keine passende Beratung erwischt.

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So sicher wie das Amen in der Kirche kommt im Wochenbett irgendjemand, oft mehrere, mit gutgemeinten Ratschlägen. Meinst du wirklich, deine Milch reicht? Probier doch mal den Schnuller. Stillen ist nicht so wichtig, gib ihm doch mal das Fläschchen, dann schläft er besser. So lange zu stillen ist doch ungesund. Sätze, die zwischen den Zeilen sagen: Du schaffst das nicht.

Das passiert nicht, weil diese Menschen dich runterziehen wollen. Es passiert, weil viele in ihrer eigenen Geschichte keine guten Erfahrungen gemacht haben oder nie eine gelungene Stillbeziehung aus der Nähe gesehen haben. Sie projizieren ihre Unsicherheit auf dich. Du brauchst keine Diskussionen mit ihnen führen. Aber du brauchst Menschen um dich, die deinen Stillwunsch wirklich unterstützen.

Hab im Vorfeld eine Person an der Hand, die du anrufen kannst. Eine gute Hebamme, eine Stillberaterin, eine Mama-Freundin, die selbst stillt. Speicher die Nummer ein, bevor das Baby da ist. So bist du nicht angewiesen darauf, im Wochenbett zwischen Tränen und Schlafentzug nach der richtigen Hilfe zu suchen.

Fazit: Du darfst dich auf deinen Stillstart vorbereiten

Dein Körper kann das. Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit. Was er aber nicht automatisch kann, ist alle Hürden überspringen, die ihm in unserer Gesellschaft in den Weg gelegt werden. Vorbereitung schließt diese Lücke.

Die wichtigsten Punkte aus dieser Folge:

  • 95 bis 98 Prozent aller Mütter könnten stillen, nur 2 bis 5 Prozent können es körperlich wirklich nicht
  • Stillen ist kein Instinkt, sondern eine erlernte Handlung. Lernen darfst du auch vor der Geburt beginnen
  • In den ersten Tagen reicht das Kolostrum, dein Baby weint selten aus Hunger
  • Die Anlegetechnik ist der wichtigste Hebel: Babykopf zur Brust, ganzer Vorhof in den Mund
  • Stillen tut nicht weh. Schmerz ist Warnsignal, nicht Normalität
  • Bau dir vorher ein Unterstützungsnetz aus pro-Still-Personen auf

Du gibst das Beste für dein Baby. Und wenn es trotz aller Vorbereitung nicht klappen sollte, dann ist das auch okay. Premilch ist eine gute Alternative. Aber lass es nicht daran scheitern, dass dir niemand die richtigen Werkzeuge in die Hand gegeben hat.

FAQ zum Stillstart

Wie bereite ich mich am besten auf den Stillstart vor?

Lerne die Anlegetechnik in der Schwangerschaft, am besten mit einer Hebamme oder Stillberaterin. Schau dir Videos von gelungenem Anlegen an. Lies dich in das Thema Saugverwirrung und Milcheinschuss ein. Speichere dir vorab die Nummer einer guten Stillberaterin ein.

Wie oft soll ich mein Neugeborenes stillen?

Nach Bedarf, also wenn dein Baby Hungerzeichen zeigt. In den ersten Tagen sind das oft acht bis zwölf Stillmahlzeiten in 24 Stunden. Lass die Uhr beiseite, achte auf dein Baby.

Was tun bei wunden Brustwarzen?

Erstmal: Such dir Hilfe und lass deine Anlegetechnik überprüfen. Wunde Brustwarzen sind fast immer ein Warnsignal, dass etwas an der Technik anders sein darf. Bis dahin können Lanolinsalbe, eigene Muttermilch und Luftbäder helfen, aber sie lösen die Ursache nicht.

Wann braucht mein Baby wirklich Premilch?

Nur in seltenen Fällen, etwa wenn dein Körper tatsächlich nicht genug Milch produziert oder es medizinische Gründe gibt. Pauschal in den ersten Tagen zu zufüttern ist fast immer kontraproduktiv und verstärkt das Risiko, dass die Stillbeziehung scheitert.

Was ist eine Saugverwirrung?

Das Saugen an einem Sauger oder Schnuller funktioniert anders als an der Brust. Wenn dein Baby in den ersten Wochen häufig an Saugern saugt, kann es das Saugen an der Brust verlernen oder gar nicht erst richtig lernen. Deshalb empfehle ich, mindestens vier bis sechs Wochen ohne Schnuller und Fläschchen zu starten.

Wie finde ich eine gute Stillberatung?

Suche nach IBCLC-zertifizierten Stillberaterinnen oder erfahrenen Hebammen mit Stillfortbildung. Eine gute Beratung wird dir bei wunden Brustwarzen zuerst die Anlegetechnik anschauen und nicht sofort zu Stillhütchen oder Premilch raten.

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