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Was Babys können: Die 4 großen Kompetenzen, die dein Baby von Geburt an mitbringt

Was du in diesem Artikel lernst

Du bist schwanger oder hast gerade ein Baby bekommen und liest überall, wie unreif dein Baby auf die Welt kommt. Was es alles noch nicht kann. Das stimmt zur Hälfte. Was dabei oft untergeht: Dein Baby bringt von Geburt an erstaunliche Kompetenzen mit, auf die du vertrauen darfst.

In dieser Folge erzähle ich dir, welche 4 Kompetenzen deines Babys mich am meisten faszinieren. Vom aktiven Bindungsaufbau über die klare Kommunikation durchs Weinen bis hin zum Breast Crawl, mit dem dein Baby sich selbstständig zur Brust robbt. Damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie viel dein Baby schon kann.

  • Warum dein Baby ein echter Bindungsexperte ist und auch zu Papa oder Oma sicher binden kann
  • Was Weinen wirklich bedeutet und warum du nicht jeden Schrei sofort stoppen musst
  • Wie dein Baby dir signalisiert, dass es mal muss und was Abhalten ist
  • Was der Breast Crawl ist und wie er einen schmerzfreien Stillstart möglich macht
  • Warum das Wissen um diese Kompetenzen dir Ruhe und Vertrauen gibt

Inhalt

Dein Baby ist ein Bindungsexperte

Kommunikation: Weinen ist die Sprache deines Babys

Schließmuskelkontrolle: Babys wissen, wann sie müssen

Breast Crawl: Dein Baby findet die Brust allein

Warum Stillen nicht weh tun muss

Fazit

FAQ

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Über das unterschätzteste Wesen auf diesem Planeten

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Dein Baby ist ein Bindungsexperte

Die größte Kompetenz, die dein Baby von Geburt an mitbringt, ist die Fähigkeit, sich zu binden. Und auch dafür zu sorgen, dass du dich an dein Baby bindest. Dein Baby ist ein echter Bindungsexperte. Tief in seinem System ist verankert, dass es dich braucht, um zu überleben. Also tut es alles dafür, dass du es liebhast, dass du emotional berührt wirst, dass du es versorgst, herumträgst und reguliers, sogar das Weinen aushältst.

Was bedeutet Bindung überhaupt genau? Bindung ist eine emotional enge Beziehung zwischen zwei Menschen. Eine sichere Bindung entsteht zu der Person, die sich so schnell wie möglich einfühlsam und liebevoll um die Bedürfnisse deines Babys kümmert. Ganz wichtig: Das müssen nicht nur Mamas sein. Auch Papa, Oma, Tante oder eine andere feste Bezugsperson können diese sichere Bindung mit deinem Baby aufbauen.

Ich finde das eine unglaubliche Entlastung. Viele gehen davon aus, nur die Mama könnte die Bedürfnisse erfüllen. Klar, nur die Mama kann stillen. Aber sobald das Stillen gut läuft, kannst du abpumpen, und Papa kann das Baby mit Nahrung versorgen. Bei meiner ersten Tochter bin ich nach acht Wochen schon wieder alle zwei Wochen arbeiten gegangen. In dieser Zeit haben sich ein Kindermädchen, meine Mutter, meine Schwiegermutter oder mein Mann liebevoll um sie gekümmert. Sie hatte definitiv eine gute Bindung zu mehreren Bezugspersonen.

Und dein Baby bindet aktiv. Es baut Blickkontakt auf. Es lächelt dich innerhalb der ersten Wochen sozial an, und zwar nicht nur als Spiegel, wenn du lächelst, sondern von ganz alleine. Weil es unterbewusst weiß, wie wichtig diese Bindung ist.

Kommunikation: Weinen ist die Sprache deines Babys

Die zweite Kompetenz: dein Baby kann mit dir kommunizieren. Über den Blickkontakt, über das soziale Lächeln, und über das Weinen. Weinen ist die einzige Möglichkeit für dein Baby, sich verbal auszudrücken. Wenn etwas nicht okay ist, weint dein Baby. Das ist seine Sprache.

Und ja, Weinen triggert viele. Trotzdem solltest du nicht jedes Weinen sofort beenden, sondern erstmal hinhören und schauen, was deinem Baby fehlt. Viele fragen: Hat es in die Windel gemacht? Ich sage lieber: Muss es vielleicht mal? Denn ein häufiger Grund für Weinen ist, dass dein Baby gerade auf die Toilette muss.

Wenn du also schon alles geprüft hast, dein Baby ist nicht zu warm, nicht zu kalt, die Windel ist noch leer, es will nicht stillen, dann probier mal das Abhalten. Halte dein Baby über ein Asiatöpfchen, eine Schale, das Waschbecken oder die Toilette. Dein Baby kann sich tatsächlich verständlich machen, wenn du hinschaust.

Schwangere Frau mit Händen am Bauch, symbolisiert die frühe Bindung zwischen Mama und Baby

Schließmuskelkontrolle: Babys wissen, wann sie müssen

Die dritte Kompetenz hängt direkt mit der zweiten zusammen. Die alte Theorie, dass Babys keine Schließmuskelkontrolle haben, ist überholt. Dein Baby hat eine Schließmuskelkontrolle. Es spürt genau, wenn es mal muss. Und es äußert das durch kurzes Aufschreien, längeres Weinen oder andere Signale.

Warum? Weil dein Baby dich evolutionär gesehen nicht beschmutzen will. In der Natur hätte das wilde Tiere angelockt. Diese Verbindung sitzt tief, und dein Baby zeigt es dir, wenn du hinschaust. Du kannst es dann abhalten, über die Toilette, das Waschbecken oder eine kleine Schale. Manche nennen das Windelfrei oder Elimination Communication.

Das heißt nicht, dass du komplett auf Windeln verzichten musst. Es heißt nur: Dein Baby kann dir sagen, wenn es mal muss, und du darfst darauf vertrauen. Allein dieses Wissen verändert deinen Blick auf Weinen komplett.

Breast Crawl: Dein Baby findet die Brust allein

Die vierte Kompetenz war für mich die spannendste Erkenntnis: Dein Baby ist ein absoluter Stillmeister. Schon im Mutterleib übt es das Saugen am Daumen. Und ganz frische Neugeborene sind mit ihren Reflexen dazu fähig, selbstständig die Brust zu finden.

Das Ganze nennt sich Breast Crawl. Wenn du dein Baby direkt nach der Geburt nackt, Haut an Haut auf deinen Bauch legst, robbt es sich mit Hilfe seiner Reflexe hoch zur Brust. Es wackelt dabei süß mit dem Kopf und dockt meistens korrekt an. Es kann ein paar Minuten dauern, manchmal 15 bis 20 Minuten, aber die meisten Babys schaffen das wirklich allein.

Wenn dein Baby dann angedockt ist, ist es auch in der richtigen Position zum Trinken. So beugst du Stillproblemen unglaublich gut vor. Gib bei YouTube mal „Breast Crawl“ ein, da findest du tolle Videos zum Anschauen.

Ruhige Babyzimmer-Ecke mit Schaukelstuhl und Babywäsche als Symbol für das Ankommen des Babys

Warum Stillen nicht weh tun muss

Bei meiner ersten Schwangerschaft wusste ich noch nichts vom Breast Crawl. Die Hebamme hat mich permanent kritisiert, dass ich die Brust falsch in den Mund unserer Tochter drücken würde. Unsere Tochter dockte trotzdem innerhalb der ersten Stunde an und nahm super schnell zu. Eigentlich lief alles gut, dachten alle. Doch ich hatte unglaubliche Schmerzen beim Stillen, und mir wurde gesagt: Das ist halt so. Das stimmt nicht.

Stillen muss nicht wehtun, auch nicht in den ersten zwei Wochen. Bei meiner zweiten Schwangerschaft habe ich mein Baby den Breast Crawl machen lassen. Es hat etwas gedauert, ich bin ein eher ungeduldiger Mensch. Aber er hat selbstständig angedockt, in der richtigen Position. Und ich hatte überhaupt keine Schmerzen beim Stillen. Das war seine Kompetenz, das können alle Babys.

Wichtig zu wissen: Stillen ist kein Instinkt von uns Menschen. Es gibt diese Geschichte einer Gorilla-Mama im Zoo, die ihr erstes Baby nicht stillen konnte, weil sie nie eine andere Affenmama beim Stillen gesehen hatte. Die Tierpfleger haben dann stillende Menschenmamas vor das Gehege gesetzt, und beim zweiten Baby wusste sie, wie es geht. Wir lernen von Vorbildern. Triff dich, wenn möglich, mit stillenden Mamas und schau einfach zu. Oder schau dir Videos auf YouTube an. Du bist dann viel besser vorbereitet.

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Fazit: Vertrau auf die Kompetenzen deines Babys

Dein Baby kommt unreif auf die Welt, ja. Und gleichzeitig bringt es erstaunliche Kompetenzen von Geburt an mit, die uns oft entgehen. Wenn du diese Kompetenzen kennst, gehst du anders an die Babyzeit ran. Mit mehr Vertrauen in dein Baby, weniger Angst, mehr Gelassenheit.

Die wichtigsten Punkte aus dieser Folge:

  • Dein Baby ist ein aktiver Bindungsexperte und kann sich an mehrere Bezugspersonen sicher binden
  • Weinen ist seine Sprache, kein Drama, das du sofort beenden musst
  • Dein Baby hat Schließmuskelkontrolle und sagt dir, wenn es mal muss
  • Mit dem Breast Crawl findet dein Baby die Brust allein und dockt korrekt an
  • Stillen muss nicht weh tun, und Vorbilder helfen mehr als jede Theorie

Du darfst auf dein Baby vertrauen. Es kann mehr, als die meisten Bücher dir erzählen. Und du lernst mit ihm zusammen, was es gerade braucht.

FAQ zu den Kompetenzen deines Babys

Kann mein Baby wirklich aktiv zu mir binden, oder bin ich nur die Versorgerin?

Dein Baby bindet ganz aktiv. Es sucht Blickkontakt, lächelt dich von sich aus an, weint, wenn du weg bist. Das ist tief in seinem System verankert. Und genauso aktiv kann dein Baby sich auch an Papa, Oma oder eine andere Bezugsperson binden, wenn diese sich einfühlsam um seine Bedürfnisse kümmert.

Was ist der Breast Crawl genau?

Beim Breast Crawl legst du dein nacktes Neugeborenes Haut an Haut auf deinen Bauch. Mit Hilfe seiner Reflexe robbt es selbstständig nach oben zur Brust und dockt korrekt an. Das kann ein paar Minuten dauern, ist aber für viele Babys möglich und legt einen schmerzfreien Stillstart fest.

Mein Baby weint viel. Mache ich etwas falsch?

Wahrscheinlich nicht. Weinen ist die Sprache deines Babys. Es kann viele Gründe haben: Hunger, Müdigkeit, Nähe, das Bedürfnis mal zu müssen. Geh die Möglichkeiten ruhig durch, halt dein Baby, sei in der Nähe. Du musst Weinen nicht sofort beenden, sondern verstehen.

Was ist Abhalten und ab wann kann ich das machen?

Abhalten heißt, dein Baby über eine Schale, das Waschbecken oder die Toilette zu halten, wenn es signalisiert, dass es mal muss. Du kannst von Anfang an darauf achten und einfach mal ausprobieren. Es heißt nicht, dass du komplett auf Windeln verzichten musst.

Was, wenn mein Baby beim Stillen Schmerzen verursacht?

Schmerzen beim Stillen sind ein Zeichen dafür, dass die Andocktechnik nicht optimal ist. Hol dir Hilfe von einer Stillberaterin oder Hebamme, schau dir Videos zum Breast Crawl an, oder probier es bei einem Stillpause-Moment nochmal mit dem selbstständigen Andocken deines Babys. Es muss nicht weh tun.

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